Gruselkabinett (46) – Die Maske des roten Todes

Titel:   Gruselkabinett (46) – Die Maske des roten Todes / Verlag Titania Medien / Laufzeit:   ca. 60 min / Sprecher:  Axel Lutter, Sven Plate, Daniela Reidies, Ernst Meincke, Reinhilt Schneider u.a.

Inhalt: Italien um 1750: Im ganzen Land wütet eine tödliche Seuche, genannt „der rote Tod“. Der genusssüchtige Landesfürst Prinz Prospero verschließt die Augen vor den Nöten seiner Untertanen. Er lässt sogar die Zugänge zu seinem größten Landsitz, einer alten Abtei, verbarrikadieren und feiert dort mit Gleichgesinnten ein ausschweifendes Fest nach dem anderen. Für einen Maskenball fehlt ihm indes noch die rechte Idee, um ihn unvergeslich zu machen…


Diese Folge trägt zwar den Titel „Die Maske des roten Todes“, doch wird diese Geschichte von Poe mit einer weiteren Erzählung von ihm, nämlich „Hopp-Frosch“ verwoben. Die beiden Geschichten werden sehr stimmig zu Anfang miteinander verknüpft, indem die Begegnung zwischen Prinz Prospero und den beiden Kleinwüchsigen Hopp-Frosch und seiner Freundin Tripetta geschildert wird. Zu diesem Zeitpunkt steht noch das Grauen durch die Krankheit, den roten Tod, im Vordergrund. Doch kaum sind Hopp-Frosch und Tripetta in der Abtei des Prinzen, verlegt sich der Schrecken auf die Demütigungen und Misshandlungen, die ihnen vom Prinzen und seinen Schergen zuteil werden.

Unterschwellig schwingt hier stets auch eine unbestimmbare, gewisse Bedrohung mit, die einen  sofort packt. Am Ende wendet sich die Gescichte dann wieder direkt dem anfänglichen Grauen durch den roten Tod zu und setzt sie in einem großartigen Finale in Szene.

Sven Plates markante Stimme passt gut zur Rolle des kleinwüchsigen Hopp-Frosch, und auch Daniela Reidies in der Rolle der Tripetta vermittelt dem Hörer ein klares Bild von dieser Figur. Ernst Meincke gibt den arroganten und hartherzigen Prinz Prospero und kann darin absolut überzeugen. Axel Lutter hat mich schon am Anfang mit den nur geflüsterten Worten sofort für sich eingenommen und rundete das mit seiner unheimlichen Darbietung am Ende des Hörspiels ab.

Eine sorgfältig ausgewählte und zusammengestellte Musikkulisse untermalt diese Folge. Vor allem die Musiken auf dem Maskenball zaubern einm sofort Bilder einer solchen Veranstaltung vor Augen, was natürlich auch für die entsprechende Stimmung sorgt. Das durchdringende Schlagen der großen Uhr verfehlt seine Wirkung ebenfalls nicht. Ganz im Gegenteil glaubt man mit jedem Schlag unausweichlich dem Grauen näher zu kommen, das einen am Ende erwartet.

Das Cover zeigt die Gestalt des roten Todes, wie er auf dem Maskenball umgeht, vor einem blutroten Hintergrund, was natürlich sehr gut zu Titel und Geschichte passt. Die Uhr, die sich durch ihr Schlagen so direkt in den Vordergrund stellt, ist ebenfalls zu sehen.

Fazit:   Eine sehr starke Folge der Serie. Ich kenne zwar bisher erst wenige Folgen, doch diese hier zählt zweifellos zu den Besten.

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