Das Buch ohne Staben (Anonymus / Stefan Kaminski)

Titel:   Das Buch ohne Staben/ Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 297 min. / 4 CDs / Buch:   Anonymus / gelesen von:   Stefan Kaminski

InhaltAuch ein Massenmörder muss an seine Rente denken. Und so kommt es, dass der sensible Killer Bourbon-Kid seinen Job an den Nagel hängen will. Doch als der Mönch Peto plötzlich die Jagd auf ihn eröffnet, steckt die ganze Stadt bald in einem Blutbad zusammen mit diversen Vampir-Gangs, einem seltsamen Werwolf, einem aufdringlichen Barkeeper und dem Dunklen Lord höchstpersönlich. Rente hin oder her. Bourbon-Kid hat die Nase voll und erstellt seine eigene Abschussliste. Und diesmal verschont er niemanden!


Nach dem „(Hör)buch ohne Namen“ ist dies nun Anonymus zweiter Streich um Santa Mondega und Bourbon Kid. Hier wird zunächste Bourbon Kids Jugend beleuchtet und sein Werdegang zum meistgefürchtesten Killer beschrieben.  Das fand ich ausgesprochen interessant und als Aufhänger für die Geschichte gut gewählt. Allerdings denke ich, wenn man wie Anonymus erst so eine Welt wie Santa Mondega samt seinen sehr speziellen einwohnern erst erdacht hat, dann ich es schwierig, darin jedes Mal auf’s Neue das Rad darin neu zu erfinden. Entsprechend ist „Das Buch ohne Staben“ vom Stil her sehr nahe am Vorgänger. Eine durchaus spannende und unterhaltsame Handlung, bei der man fein aufpassen muss um in den einzelnen Handlungssträngen nicht verloren zu gehen. Wesentliche Merkmale sind auch dieses Mal die hohe Bereitschaft der Einwohner zur Gewalt, inklusive anschaulicher Schilderungen, und ein so flapsiger Ton, bei dem manche Dialoge und Aussprüche so platt sind, dass man sie leicht unter der geschlossenen Tür durchschieben könnte. Eine großzügige Dosis rabenschwarzen Humors rundet sie Sache somit schließlich ab. Wobei das nicht im unbedingt im negativen Sinne gemeint ist, denn darin besteht der Unterhaltungswert der Story.

Natürlich liest Stefan Kaminski auch diesen Teil der wohl als Trilogie angedachten Reihe. Und wie schon beim ersten Teil glänzt er mit so schrägen Stimmen, wie sie nicht passender sein könnten. Unbedingt erwähnenswert ist auch sein Elvis-Song, sehr cool!

Kurze, rockige Gitarrenstücke zu Beginn und End der CDs ist alles an Untermalung, was einem hier zu Ohren kommt. Sie passenden in ihrer schnodderigen Art gut zur Story. Mehr musikalische Begleitung braucht dieses Hörbuch auch gar nicht.

Das Layout ist dem Stil eines abgewetzten alten Buches treu geblieben, dieses mal aber sehr blau angehaucht. Diese Farbgebung versteht man nur, wenn man die Geschichte kennt. Mir gefällt dieser Look jedenfalls besser als der des ersten Teils.

Fazit: Wer schon am „(Hör)buch ohne Namen“ seine Freude gehabt hat, der sollte sich auch „Das Buch ohne Staben“ nicht entgehen lassen. Man muss schon ein Faible für Geschichten mit so viel Gewalt, einem rotzigem Ton und so strangen Charakteren haben.

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