Die Chroniken der Weltensucher (01) – Die Stadt der Regenfresser

Titel: Die Chroniken der Weltensucher (01) – Die Stadt der Regenfresser   / Verlag:   Jumbo Verlag / GoyaLit / Laufzeit:   ca. 210 min / 6 CDs / Buch:   Thomas Thiemeyer / gelesen von:  Dietmar Wunder

InhaltEine Stadt in der Vertikalen, 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Ein vergessenes Volk, bedroht durch eine unheimliche, archaische Macht. Nichts von dem hatte der Junge Oskar sich vorstellen können, als ihn der Berliner Entdecker Friedrich Dornhauser, der sich selbst Humboldt nennt, in seine Dienste nahm. Jetzt ist Oskar Teil einer unglaublichen Expedition ans andere Ende der Welt und soll mit seinen Gefährten eine uralte Prophezeiung erfüllen.


Mit diesem Hörbuch ist eine Lesung in meine Regale eingezogen, um die ich bislang einen großen Bogen gemacht hatte. Mir klang das viel zu historisch.
Es hat keine zehn Minuten gedauert, da waren alle Bedenken dahin. Denn natürlich spielt die Geschichte um die letzte Jahrhundertwende, aber das war es in dieser Hinsicht auch schon. Denn eine der Hauptpersonen, Carl Friedrich von Humboldt, gab es nie und so muss man sich nicht fürchten, hier öde wissenschaftliche Abhandlungen zu hören zu bekommen. Stattdessen hört man eine Mischung aus echter Fantasy, erfrischend weit weg von aktuellen Trend, und einer Abenteuergeschichte, die sich gewaschen hat. Zeit zum Durchatmen bleibt einem spätestens ab Reiseantritt der illustren Forscher-Truppe nicht mehr, von da an sind Spannung und eine abwechslungsreise Handlung quasi vorprogrammiert. Mich hat besonders die Schilderung der Technik der „Regenfresser“ fasziniert, da mich die beschriebenen Luftschiffe sehr an die angeblichen UFO-Sichtungen erinnert haben, die verzeichnet sind. Und auch die erwähnten Nazca-Linien gehen in eine ähnliche Richtung, beispielsweise hält Erich von Däniken sie für Hinterlassenschaften gelandeter UFOs. Ich bin ein kleiner großer Däniken-Fan, somit haben mit die „Regenfresser“ auch deshalb gleich für mich eingenommen. Gefreut hat mich, dass die Geschichte am Ende zum Abschluss kommt. Natürlich weiß ich inzwischen, dass die Reihe fortgesetzt wurde, aber so kann man sicher auch recht leicht quer einsteigen.

Mit Dietmar Wunder als Sprecher ist ein absoluter Könner seines Fachs am Werke. Es gelingt ihm, jedem Charakter eine unverwechselbare Stimme zu geben, ohne dabei je zu übertreiben. Er fängt die Spannung der Handlung ein und greift auch die Atmosphäre sehr gut ein. Trotzdem, vor allem weil ich ihn ebenfalls als Hörspielsprecher kenne, weiß ich, dass er eigentlich noch mehr drauf hat. Vielleicht bekomme ich das im nächsten Teil zu hören.

An Untermalung fehlt es dem Hörbuch gänzlich, was ich aber als undramatisch empfunden habe. Bei der spannenden Handlung und einem tollen Sprecher fällt das kaum ins Gewicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Geräusche hier und da den exotischen Schauplatz noch verdeutlicht hätten. Dafür hat mir der Effekt mit dem Linguaphon sehr gut gefallen.

Die Covergestaltung hat mir schon immer gefallen, auch wenn sie nur zu offensichtlich zeigt, dass die Geschichte nicht im Heute spielt. Aber es ist ein wunderbarer Kontrast zwischen dem klar historischen Motiv in der Mitte und den schon eine Spur moderneren Zahnrädern drumherum. Im Inneren der Box findet man noch eine altmodisch anmutende Weltkarte und das Booklet erklärt noch mal eine Reihe Begriffe aus der Story.

Fazit:   Wieder so eine positive Überraschung, wie sie mir schon so oft begegnet sind, wenn ich mich an ein lange gemiedenes Hörbuch gewagt hatte. Eine sehr spannende und exotische Handlung mit außergewöhnlichen, aber sympathsichen Charakteren, die von Dietmar Wunder klasse vorgetragen wird. Ich bin schon sehr neugierig auf die Fortsetzung.

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