Fillory – Die Zauberer (Lev Grossman / Stefan Kaminski)

Titel:   Fillory – Die Zauberer / Verlag:   Argon Hörbuch / Laufzeit:   ca. 461 Min. / 6 CDs / Buch:  Lev Grossman / gelesen von:   Stefan Kaminski

Inhalt: Der hochintelligente Einzelgänger Quentin Coldwater steht kurz vor dem Abschluss der Highschool. Vor der Langeweile des Alltags flüchtet er sich am liebsten in die fantastischen Romane, die in einem magischen Land, in Fillory, spielen. Natürlich ist Quentin davon überzeugt, dass es Zauberei in der realen Welt nicht gibt bis er sich unerwartet an einem geheimen, sehr exklusiven College außerhalb von New York wiederfindet. Gerade noch ist er durch das winterliche Brooklyn gelaufen, als er plötzlich auf dem idyllischen Gelände des Brakebills-Colleges für Magische Pädagogik in der prallen Sommersonne steht. Als Quentin begreift, was mit ihm geschehen ist, ist er bereit, die ihm gebotene Chance zu ergreifen. Er beginnt, moderne Zauberei zu studieren und er genießt das Collegeleben: Freundschaft, Liebe und Sex. Aber irgendetwas fehlt. Obwohl er eine Macht gewinnt, von der er niemals zu träumen gewagt hätte, ist er nicht wirklich glücklich. Da machen er und seine Freunde eine atemberaubende Entdeckung: Das magische Land Fillory gibt es tatsächlich, aber es ist weitaus düsterer und bedrohlicher als Quentin es sich je vorgestellt hatte. Sie begeben sich auf eine gefährliche Reise …


Wie es scheint hat Lev Grossman eine Fülle an Ideen gehabt als er diese Geschichte schrieb. Leider sind sie allesamt nicht neu. Die Anlehnungen an „Harry Potter“ und die „Narnia Chroniken“ sind schon mehr als offensichtlich und werden jedem Fantasy-Fan förmlich ins Auge springen. Lev Grossman versucht lediglich, eine erwachsenere Fassung davon zu präsentieren, was Alkohol, Sex und allerlei Schimpfworte alleine aber eben nicht schaffen. Das ist aber nicht der einzige Knackpunkt an „Fillory“. Der besteht in der verunglückten Aufteilung der Story. Das Hörbuch hat 6 CDs und bis zum Ende von CD Nummer vier ist nicht zu erkennen, wohin der Hase eigentlich läuft. Drei CDs College-Handlung inklusive Beziehungs-Hin-und-Her, mehr ist es nicht. Keine Andeutungen, was den Kern der Story angeht und wieso sie eigentlich „Fillory“ heißt. Bis dahin ist „Fillory“ einzig eine Bücherreihe, die die Clique um Quentin gerne liest. Das ändert dann einmal kurz und schon wendet sich die Geschichte wieder den verkrachten Existenzen ihrer Charaktere zu, die aber trotz allem einfach nicht an Tiefe gewinnen.
Erst zwischen den beiden letzten CDs kommt wenigstens actionmäßig etwas Schwung rein, auch wenn man sich fragt, woher eigentlich. Wie man es von solch einer Story nicht anders erwarten kann, zeigt sich auch das Ende ausgesprochen konstruiert und erzwungen.

Man sollte meinen, dass Stefan Kaminski mit seiner Stimmenvielfalt noch aus der dürftigsten Handlung etwas machen kann. Das stimmt bei „Fillory“ endeutig, denn dank ihm lässt sich die Geschichte zumindest leicht hören. Wobei ich schon finde, dass er sich hörbar zurückhält, obowohl die verschiedenen Charaktere sehr wohl Raum für sein Können geboten hätten. Da kenne ich ihn aus anderen Hörbüchern sehr viel experimentierfreudiger.

Das Cover hat mich sofort begeistert. Es wirkt düster und geheimnisvoll und verspricht damit eine ganz andere Geschichte als sich auf den CDs dahinter verbirgt.

Fazit:   In Summe hat mich „Fillory“ leider sehr enttäuscht. Ein unschlüssiger Verlauf, eine unausgewogene Aufteilung, von einem Spannungsbogen ganz zu schweigen. Die Geschichte plätschert so vor sich hin, mehr ist es nicht.

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