Wir sind die Nacht (Wolfgang Hohlbein / Rike Schmid)

Titel: Wir sind die Nacht  / Verlag: Random House Audio / Laufzeit: ca. 430 min / 6 CDs / Buch: Wolfgang Hohlbein / gelesen von: Rike Schmid

InhaltIch war nichts. Ein Abschaum. Dreck, den selbst die Ratten nicht fressen. Unsichtbar für die Welt. Bis sie mich sah. Und dann kam der Hunger. Allesverzehrender Hunger. Jetzt übersieht mich keiner mehr.


Es ist unbestreitbar, auch dieser Vampir-Geschichte liegen die Themen Liebe zwischen einem Vampir und einem Menschen und der Widerwille einer Vampirin gegenüber ihrem unsterblichen Dasein zugrunde. Damit unterscheidet sich „Wir sind die Nacht“ eigentlich nicht nennenswert von vielen Genre-Kollegen, die gerade so beliebt sind. Allerdings sucht man Kitsch hier vergebens. Der hat auch gar keine Chance, denn die Romanze -soweit man das in diesem Falle überhaupt so nennen kann- und Lenas Identitätskrise sind in eine spannende und vor allem actionreiche Handlung eingebettet. Denn Lena hat sich als Sterbliche einige ganz üble Feinde gemacht, und die machen ihr und ihren neuen, blutdurstigen Freundinnen auch nach Lenas Umwandlung noch mächtig die Hölle heiß. In dieser Hinsicht muss sich „Wir sind die Nacht“ nicht hinter Storys verstecken, in denen eine Gruppe Männer im Vordergrund stehen und eine Stadt aufmischen. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt, so ganz ohne eine Prise Humor geht es in Erzählungen von Wolfgang Hohlbein einfach nicht. Vor allem Lena mit ihrem trockenen, schwarzen Humor und ihrer oft sarkastischen Art hat mir dabei besonders gefallen. Aber auch die Vampir-Clique an sich ist für erheiternde Momente gut, da sie aus sehr verschiedenen, aber auch sehr speziellen Personen besteht.

In „Wir sind die Nacht“ stehen vier Frauen im Mittelpunkt, da ist es naheliegend eine Sprecherin für das Hörbuch zu wählen. Rike Schmid habe ich hier zum ersten Mal gehört und war schon nach wenigen Sätzen von ihr eingenommen. Ihre Stimme ist sehr angenehm und sie trifft genau den richtigen Ton für diese Geschichte. Kühl und abgebrüht in den actionreichen Passagen, geheimnisvoll wenn Louise, Charlotte und Nora Lena ihr neues Leben schmackhaft machen möchten, aber auch gefühlvoll wenn es um Lena und Tom geht. Dabei ist es auch Rike Schmid zu verdanken, dass die Story erfreulich unkitschig wirkt.

Auf dem Cover habe ich auf den ersten Blick gar nicht erkannt. Auch nicht auf den zweiten, dritten oder vierten Blick. Die Coverabbildung oben ist amazon entliehen und erst da habe ich erkannt, was auf dem Cover  zu sehen ist.  Etwas heller hätte das also schon ausfallen dürfen. Der Schriftzug erinnert mächtig an „Wächter der Nacht“, aber er zeigt auf jeden Fall auch, dass man es bei „Wir sind die Nacht“ nicht mit einer Lovestory zu tun hat.

Fazit:   Spannend, actionreich und unterhaltsam tritt „Wir sind die Nacht“ den Beweis an, dass Vampir-Geschichten auch jenseits des aktuellen Romantasy-Trends überzeugen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: