Wake – Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast (Lisa McMann / Friederike Kempter)

Titel: Wake – Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast / Verlag: audiolino / Laufzeit: ca. 238 min / Sprecher: Friederike Kempter / Buch: Lisa McMann

InhaltTräume, in denen man nackt durch die Stadt geht? Aus einem Hochhaus stürzt? Die hübsche Nachbarin küsst? Das hat die siebzehnjährige Janie alles schon zur Genüge gesehen: in anderer Menschen Träume. Wann immer jemand in ihrer Umgebung einschläft, kann sie seine Träume sehen. Nur kann sie niemandem davon erzählen, denn keiner würde ihr glauben. Und so lebt sie mit einer Gabe, die sie nicht will und die sie nicht kontrollieren kann. Doch dann wird sie in einen Alptraum gezogen, der ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Zum ersten Mal ist Janie mehr als nur die Zuschauerin eines Traums. Sie ist mittendrin. Und verliebt…


Das Thema „Träume“ fasziniert mich seit je her, daher hat dieses Hörbuch meine Neugier sofort geweckt. Und die Idee, dass ein Mädchen die Träume ihrer Mitmenschen sehen kann, ist auch zweifellos gut, denn da hat sicher so mancher selber mal gerne spinsten wollen. Entsprechend interessant sind da zunächst auch die Träume von Janies Mitschülern und den Leuten in dem Heim, in dem sie arbeitet. Schnell wird einem beim Hören aber auch klar, dass dieses „Talent“ eine Kehrseite hat, die Janie nur zu gut kennt, und dass es auch eine Einschränkung im Alltag ist. Das wird hier sehr anschaulich und beeindruckend geschildert. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass in dem Moment, in dem Janies Liebe zu Carl ins Spiel kam, das Thema der Träume ein wenig in den Hintergrund trat. Dafür bekommt die Lovestory mehr Raum eingeräumt, was zwar auch schön und romantisch ist, und natürlich auch mit dem Thema „Träume“ im Zusammenhang steht, aber eben in geringerem Ausmaß. Von der Stimmung her ist die Geschichte recht bedrückend und ich rate jedem, der gerade in Sachen Liebe keinen festen Stand hat, von dem Hörbuch ab. Da kann ich mir gut vorstellen, dass es noch mehr runterzieht.

Gelesen wird „Wake“ von der Schauspielerin Friederike Kempter, deren junge Stimme gut zu der 17jährigen Janie passt. Sie greift auch die bedrückte Stimmung der Geschichte gut auf. So gut, dass es eben passieren kann, dass man beim Hören selber ein wenig deprimiert wird. Die Geschichte wird in Abschnitten erzählt, die als „Überschriften“ immer das Datum des jeweiligen Tages tragen. Diese werden von Jona Mues gelesen. Er leiht später auch Carl seine Stimme und hat mir dabei sehr gut gefallen, da er ihn sympathisch und tiefgründig klingen lässt.

In unregelmäßigen Abständen sind Musikstücke zu hören, die sich ebenfalls an der Atmosphäre der Erzählung orientieren. Das heißt, auch sie sind meistens düster und bedrückend, auf jeden Fall aber hörenswert. Die Auswahl ist wirklich gut getroffen.

Das schlichte Design hatte es mir sofort angetan. Es ist zwar nur ein Kissen zu sehen, aber es weckte sofort eine Assoziation zum Titel. Das Booklet enthält neben den üblichen Produktionsdetails noch ein interessantes Interview mit Lisa McMann.

Fazit:   „Wake“ liegt ein sehr interessantes Thema zugrunde, dass hier eindrucksvoll behandelt wird. Leider fällt es im Verlauf der Geschichte ein wenig  der Liebesgeschichte zum Opfer. Da die aber ganz schön ist, tut das nicht allzu weh.

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