Kurze Interviews mit fiesen Männern

Titel:  Kurze Interviews mit fiesen Männern / Verlag: derHörverlag / Laufzeit:  ca. 61 min / Sprecher:  Milan Peschel, Max Hopp, Wanja Mues, Judith Engel, Volker Janitz / Buch:  David Foster Wallace

Inhalt„Willst du mal eine krasse Geschichte hören?“ – so beginnt eine der Geschichten in den Kurzen Interviews mit fiesen Männern. Die „fiesen Männer“ (und Frauen) sind bei Wallace eher einsame Sprachbesessene, die ihre monströsen Macken ohne Rücksicht auf Regie und Einschaltquoten im wahrsten Sinne des Wortes vor sich ausbreiten. Und was man da zu hören bekommt, sind wahrlich unangenehme Geständnisse. Wie schon in Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich präsentiert sich Wallace als äußerst eigenwilliger Erzähler, der mit staunenswerter Leichtigkeit Stimmen und Register wechselt und immer für eine fiese Überraschung gut ist…


Manchmal ist es schon interessant, was so als „Hörspiel“ bezeichnet wird. Nur weil mehrere Sprecher mitwirken, kann man doch nicht gleich von einem Hörspiel sprechen. Ein Hörbuch im eigentlichen Sinne ist es aber auch nicht.
Und zuletzt kann man noch nicht mal von echten „Interviews“ sprechen, denn der Interviewer fehlt. Man hört lediglich Personen, die so erzählen als würden sie einem Frager Rede und Antwort stehen. Zu Themen, die -so geht es ja bereits aus dem Titel hervor- so nur von Männern behandelt werden können. Insgesamt wirkt die Mischung wild zusammengewürfelt. Vor allem auch, weil es kein durchgängiges Thema gibt, man aber z.B.  trotzdem ein „Interview“ aufgesplittet hat. Wieso? Ich bin da ganz ehrlich: mir hat sich darin kein Sinn erschlossen. Lediglich, dass die Meinungen der Herren tatsächlich oft sehr fies sind und je nach aktueller Gefühlslage des Hörers seltsame Auswirkungen haben, das ist mir an diesem „Hörspiel“ aufgefallen.

Mit Milan Peschel, Max Hopp, Fabian Busch, Wanja Mues und Co. wird diese Hör-Erscheinung immerhin von einer ganzen Riege Schauspielern zu Gehör gebracht. Das bürgt dafür, dass man zumindest gut zuhören kann, auch wenn man nicht hinter den Sinn der Sache steigt.

Der Eindruck eines wilden Mix wird durch die Klänge, die dann und wann eingesetzt werden, noch unterstrichen. Eine Untermalung kann man das nicht nennen und auch von einer Melodie sind sie allesamt weit entfernt. Das ist zwar weder schön, noch hört es sich gut an, aber es passt vom Prinzip zu den Interviews.

Ja, stimmt. Sollte es wirklich Männer geben, die solche Ansichte vertreten oder so handeln wie die aus den „Interviews“ dann sollten sie sich wirklich besser eine Tüte über den Kopf ziehen. Da hat das Cover völlig Recht.

Fazit:   Irgendwie hat mich dieses „Hörspiel“ schon getroffen, aber wenn ich behaupten würde, ich hätte es verstanden, dann würde ich lügen. Foster Wallace-Fans sind mir da womöglich einen Schritt voraus. Sie können es gerne damit versuchen.

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