Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie (Lauren Oliver / Anna Thalbach)

Titel: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie / Verlag: Hörbuch Hamburg / Silberfisch / Laufzeit: ca. 7 Std 26 min / Buch: Lauren Oliver / gelesen von: Anna Thalbach

InhaltWas wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten?
Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen, diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte …


Nachdem mir das Buch so gut gefallen hat, hat mich auch die Hörbuch-Umsetzung interessiert. An der Geschichte hat sich dabei natürlich nichts geändert. Lauren Oliver geht hier ein schwieriges Thema auf sehr jugendgerechte Art an. Mit Sam steht ein Mädchen im Mittelpunkt, das einem anfänglich -sicher von der Autorin auch so gewollt- recht oberflächlich erscheint. Durch ihren plötzlichen Tod und das siebenmalige Durchleben ihres letzten Tages, bekommt sie eine Chance zu erkennen, was in ihrem Leben falsch gelaufen ist. Dabei ist es interessant zu verfolgen, wie sich der Prozess der Erkenntnis bei Sam entwickelt. Natürlich ist sie zunächst entsetzt, weiß gar nicht, was das Schicksal ihr damit sagen möchte, doch nach und nach kommt sie dem Sinn auf die Schliche. Hauptsächlich handelt es sich dabei um zwischenmenschliche „Fehler“ im Umgang mit Sams Eltern, ihrer Schwester, ihren Freundinnen, gewissen Jungs und einem Mädchen, das ihr nie wichtig erschien. Lauren Oliver geht sehr einfühlsam auf diese Themen ein, verliert dabei aber nie aus den Augen, dass Sam die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, d.h. der Ton ist meist teenagermäßig. Gelegentlich -vor allem zum Ende hin- wird er aber auch schon mal ernsthafter, was mit Sams Entwicklung zusammenhängt und somit nie überraschend, sondern immer schlüssig tiefgründig wirkt. Eine Liebesgeschichte ist natürlich ebenfalls Teil dieser Geschichte, und zwar eine, die einen schlichtweg verzaubert, ohne dass dabei sowas wie Kitsch aufkäme.

Anna Thalbach bringt diese nicht ganz einfache, aber doch auch wieder erstaunlich leichte Geschichte zu Gehör. Ihr gelingt es, sowohl den teilweise oberflächlichen Ton Sams und ihrer Freundinnen zu treffen, schafft es aber auch, ihm nach und nach mehr Tiefe zu geben. Sie liest sehr lebendig und so fällt es einem nicht schwer, der Geschichte über längere Zeit hinweg zu folgen, was bei einer Laufzeit von mehr als sieben Stunden beachtlich ist. Hätte ich nicht Pausen machen müssen, hätte ich das Hörbuch womöglich in einem Rutsch gehört.

Optisch orientiert sich das Hörbuch ganz an der Buchvorlage. Ich bin da immer noch hin- und her gerissen. Das Schlichte macht einerseits deutlich, dass mit dieser Geschichte ein durchaus ernstes Thema angegangen wird. Und auffällig ist es dadurch selbstverständlich auch. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob es für die angepeilte Altersgruppe von 12 bis 16 Jahren interessant genug wirkt.

Fazit:  Eine sehr schöne Geschichte, die auf jugendliche und frische Art ein ernstes Thema behandelt, und zum Nachdenken anregt. Sehr empfehlenswert!

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