Tödliche Intrige

Titel: Tödliche Intrige / Verlag: Lübbe Audio / Laufzeit: ca. 48 min / Sprecher: Kathrin Welisch, Cathlen Gawlich, Fabian Gerhardt, Stefan Staudinger, Ulrike Bliefert u.a.

InhaltDie Juristin Sara bekommt ein gut dotiertes Angebot: sie soll den isländischen Reeder und Multimillionär Tomas Ottoson bei Fragen des EU-Rechts beraten. Sara nimmt an, vor allem weil Ottosons attraktive Frau Betty sie inständig darum bittet. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich schnell ein Liebesverhältnis. Als Sara am eigenen Leib erfahren muss, dass der reiche Geschäftsmann ein brutaler Tyrann ist, lässt sie sich sich von Betty zu einem mörderischen Plan überreden.


Es gibt Hörspiele, da verrät der Titel schon so viel, dass die Geschichte kaum noch überraschen kann. „Tödliche Intrige“ gehört zu dieser Sorte Hörspiele. Hinzu kommt noch, dass die Idee an sich auch nicht unebdingt neu ist. So ähnliche Storys gibt es schon. Entsprechend wird jeder, für den es nicht das erste Thriller-Hörspiel ist, relativ flott wissen, wie der Hase läuft.
Mit knapp 48 Minuten ist „Tödliche Intrige“ aber wenigstens vergleichsweise kurz, was verhindert, dass sich groß Längen einschleichen. Es geht zügig zur Sache und so kommt die Story schnell zum Punkt. Das hat mir so gut gefallen, manchmal liegt eben doch in der Kürze die Würze, soweit man das hier so sagen kann.
Größter Knackpunkt für mich ist aber einfach die Tatsache, dass es sich hierbei ursprünglich um ein Radiohörspiel handelte. Für mich klang bislang jedes Radio-Hörspiel auf gewisse Weise experimentell. Mir fehlt da irgendwie die „Substanz“, genau kann ich das nicht erklären. Man kann auch keine Mauer hochziehen, indem man einfach Steine stapelt, da gehört Verbundstoff dazwischen…vielleicht ist das ein geeigneter Vergleich um mein Problem deutlich zu machen.

Im Hinblick auf die Sprecher lässt sich im Großen und Ganzen nicht viel Schlechtes sagen. Wobei ausgerechnet Kathrin Wehlisch da teilweise eine Ausnahme bildet. Man kann es mit dem tiefgründig-düsteren Ton auch übertreiben, denn der passt einfach nicht zu jeder Situation. Wenn sie den Part der Erzählerin übernimmt, geht er absolut in Ordnung. In den Dialogen als Sara ist es oft unangebracht und klingt zum Teil auch leiernd. Cathlen Gawlich alias Betty liefert das eine wesentliche überzeugendere Leistung ab, frisch und locker und ein wenig hintergründig. Ihr Mann Thomas -der Störfaktor der Story- wird von Alexander Radszun gesprochen, klingt aber trotz des unangenehmen Wesens dieses Charakters ausgesprochen sympathisch. Etwas ungünstig angelegt die Interpretation also.

Die Untermalung kann sich hören lassen und wird einem Thriller-Hörspiel sehr gerecht. Mal sind düstere Melodien zu hören, die -der Story angemessen- auch etwas Sexy-Verruchtes an sich haben, mal sind es nur drängende und spannungsfördernde Einzeltöne. Eine gute Mischung, die die wenig einfallsreiche Geschichte ein Stück weit aufwerten.

Die Geschichte spielt in Island und zumindest ich verbinde mit diesem Land in erster Linie Kälte, Eis und Schnee. Entsprechend empfinde ich auch den eisigen Look des Hörspiels als passend. Im Booklet findet man noch einige Fakten über den Autoren Arnaldur Indridason.

Fazit:   Schlecht ist anders, aber Neues gibt es hier auch nicht zu hören. Da es zudem an Spannung fehlt, ausgerechnet die Hauptsprecherin manches Mal im Ton daneben greift und es dem Hörspiel insgesamt  an besagter „Substanz“ fehlt, kann ich es nicht wirklich empfehlen. Vielleicht noch für Fans des Autoren, das mag sein.

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