Faust Jr. – Die Wissensdetektei (04) – Störtebekers Totenkopf

Titel:   Faust Jr. – Die Wissensdetektei (04) – Störtebekers Totenkopf / Verlag:   Igel Records / Laufzeit:   ca. 73 min / Sprecher:   Ingo Naujoks, Bodo Primus, Benjamin Armbruster, Ralf Erdenberger u.a.

InhaltEr war Deutschlands berühmtester Freibeuter. Geheimnisvolle Legenden ranken sich um sein Leben und besonders um seinen Schädel. Zum ersten Mal hat Klaus Störtebeker seinen Kopf im Jahr 1401 bei einer Hinrichtung in Hamburg verloren. Danach soll der mutige Kaperfahrer noch an 12 Männern seiner Besatzung vorbeispaziert sein. Über 600 Jahre später ist dieser Totenkopf schon wieder weg: spurlos verschwunden im Museum für hamburgische Geschichte. Die Polizei tappt im Dunkeln. Privatdetektiv Frank Faust ändert Hals über Kopf seine Urlaubspläne und nimmt die Jagd auf. Zwischen Nord- und Ostsee will er herausfinden, wer Störtebeker wirklich war. Wo wurde er geboren? Was hat er erbeutet? Und wer raubt einen Totenkopf?


Dem blutrünstigen Rumänien-Abenteuer entkommen, sucht Faust Erholung in einem Urlaub an der See. In Begleitung seiner Nichte Luna freut er sich auf Touristenattraktionen und Fischbrötchen. Doch wo Faust auftaucht, ist ein neuer Fall nie weit. Hier gilt es, den gestohlenen Kopf Störtebekers zu finden.
Würde man mich nach den -in meinen Augen- besten Wissens-Hörspielen fragen, würde ich sofort „Faust Jr.“ nennen. Auch „Störtebekers Totenkopf“ vermittelt wieder eine Menge an Wissen, dies aber auf krimispannende und äußerst humorvolle Art. Faust und Luna sind in ihrer Sturköpfigkeit für zahlreiche witzige Dialoge gut, und wenn dann auch noch der Erzähler mitmischt, dann kommt man um ein Lachen einfach nicht herum.
Für Spannung sorgt zum Einen die Suche nach dem Totenkopf, aber auch manch unheimliche Szene, die einer Geschichte um einen solch berüchtigten Piraten prima steht.

Wie von dieser Serie gewohnt, teilen sich „echte“ Sprecher und Personen, die an Orten arbeiten, an denen das Hörspiel spielt, die Arbeit. Ingo Naujoks gibt den schnodderigen, aber sympathischen Faust wirklich genial. Und auch Luna Jahrreiss als Luna kann sich einwandfrei hören lassen: pfiffig, schlagfertig und typisch 12 3/4 Jahre alter Teenie. Als Experten mischen u.A. Dr. Ralf Wiechmann (Archäologe und Mittelalter-Experte am Museum für Hamburgische Geschichte), Gerd Giese (Stadtarchivar von Wismar) und Dr. Josef Staffa (Stadtführer in Wismar) mit. Man hört natürlich, dass sie keine Sprecher sind, aber ihre Darbeitung kann sich einwandfrei hören lassen und frischt das Hörspiel auf.

Die Geräuschkulisse wirkt sehr authentisch, was daran liegt, dass vielfach an genau den Orten aufgenommen wurde, an denen die Szenen gerade spielen. So kann man sich die Handlung gut vorstellen. Hinzu kommen noch verschiedene Musiken, meist im typischen Seemanns-Stil gehalten, die für das nötige Flair sorgen. Einige düstere, spannungsfördernde Stücke runden die Sache schließlich ab.

Der Look hat sich vom Comic-Stil abgewendet, was zur Folge hat, dass die CD im Regal nicht mehr so kindisch wirkt. Ganz im Gegenteil sieht sie so eher aus wie ein ganz normales Krimi-Hörspiel und ist so trotz Lehr-Anspruchs sicher attraktiv für junge Hörer.

Fazit:   Genau so muss sich ein lehrreiches Hörspiel präsentieren: spannend, witzig und unkonventionell. Ich kann „Stötebekers Totenkopf“ nur wärmstens empfehlen!

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