Das Mal – Der Geheimnis vom Totenkopfstein

Titel: Das Mal – Das Geheimnis vom Totenkopfstein / Verlag: Hurst Media Company / Laufzeit: ca. 124 min / Sprecher: Nora Jokosha, Johanna Klein, Dina Kürten, Kornelia Boje, Linus Kraus u.a.

Inhalt: Jennifer und Josephine, 15 und 16 Jahre alt, leben mit ihren Eltern im beschaulichen St. Oswald in Niederösterreich – nicht gerade der spannendste Ort für Mädchen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei: als sie das Waisenkind Kim kennen lernen, ändert sich ihr ganzes Leben! Gemeinsam stoßen die Drei auf ein dunkles Geheimnis, welches wie ein Fluch über St. Oswald zu liegen scheint. Ehe sie’s sich versehen, stecken sie mitten in einem Kampf mit den Dämonen der Vergangenheit. Welche dunklen Mächte haben sie zusammengeführt? Welche Rolle spielt sie geheimnisvolle Tilrun? Kann Patrick, Jennifers Schwarm, ihnen helfen, das Rätsel zu lösen? Und über all den Fragen thront bedrohlich ein geheimnisvoller Felsen: der Totenkopfstein…


Ich weiß schon gar nicht mehr, seit wie vielen Jahren immer mal wieder in den Hörspiel-Foren die Ankündigung dieses Hörspiels auftauchte. Jedenfalls seit so langer Zeit, dass der geneigte Hörspielhörer irgendwann nicht mehr daran glaubte. Umso überraschender ist es, dass „Das Mal“ nun tatsächlich den Weg in die Regale gefunden hat.
Was bekommt man nun auf diesen zwei CDs zu hören? Eigentlich eine ganz ordentliche Geschichte mit sachtem Mystery- bzw Gruselfaktor, wie die anvisierte Altersgruppe ab 10 Jahren an aufwärts sie gut verkraften dürfte. Ein Schuss Abenteuer ist ebenfalls beigemengt, und auch das Thema Freundschaft spielt eine Rolle. An sich also eine runde Sache.
Allerdings nimmt sich die Story alle Zeit der Welt um „in die Pötte“ zu kommen. Zunächst wird die Freundschaft zwischen Jennifer und Josephine eingehend beschrieben und auch auf Jennifers Schwarm Patrick und ihre Verliebtheit wird gründlich eingegangen. Das ist nun grundsätzlich nichts Schlechtes, aber erstens dauert es dadurch -wie gesagt- geraume Zeit ehe die Handlung um den Totenkopfstein ihren Anfang nimmt, und zweitens ist beides für eine abenteuerliche und auch leicht schaurige Geschichte viel zu ausführlich dargestellt.
Fahrt nimmt die Story jedenfalls erst im Verlauf der zweiten CD auf. Und auch das sehe ich als Knackpunkt an: ein Hörspiel für Kinder ab 10 Jahren mit mehr als zwei Stunden Spielzeit? Ob da das Durchhaltevermögen reicht? Da habe ich so meine Bedenken.

Seitens der Sprecher gibt es dagegen nichts zu bekritteln. Da hat man sich bei Hurst Media nicht lumpen lassen und durchweg Schauspieler oder versierte Sprecher ans Mikrofon geholt. Nora Jokosha und Johanna Klein hinterlassen als Freundinnen Johanna und Jennifer einen zwar sehr kicherig-teenagermäßigen Eindruck, aber der passt auch ganz gut zu ihren Rollen. Dass sie durchaus auch ernster können, beweisen sie im Verlauf der Geschichte ebenfalls. Kornelia Boje übernimmt den Part der Tilrun und lässt sie angemessen geheimnisvoll wirken. Gordon Piedesack führt als Erzähler durch das Hörspiel und hat dabei wirklich reichlich zu tun. Er macht das zwar wirklich sehr gut, allerdings hätte es für mich gerne weniger Erzählerpassagen geben dürfen. Es gibt durchaus Erklärungen, die hätten zum Verständnis nicht unbedingt sein müssen.

Ein großes Lob geht an den Bereich der Untermalung. Kaum eine Szene, die nicht von stimmigen Klängen begleitet wird, die für die jeweils nötige Atmosphäre sorgen und / oder das Geschilderte veranschaulichen. Wirklich toll! Und auch die Geräuschkulisse kann sich auf ganzer Linie hören lassen.

Die Aufmachung kann sich ebenfalls sehen lassen. Ich habe sowieso ein Faible für diese Digipaks, in denen die CDs nicht in Taschen, sondern in richtigen Kunststoffeinsätzen untergebracht sind. Da reibt man sich erstens keine Kratzer in die CDs und zweitens sind diese Hüllen sehr stabil und verknicken nicht. Das Covermotiv wirkt recht düster, was in erster Linie dem Schatten an der Wand geschuldet ist, aber auch die Skeletthand trägt dazu bei. Der eher gezeichnete Stil hebt das Hörspiel im Regal auch optisch von den „Kollegen“ ab.

Fazit:  „Das Mal“ hätte um Einiges kürzer ausfallen dürfen, das hätte ihm in nahezu allein Bereichen nur gut getan. Es wäre mehr Tempo drin gewesen, die Spannung hätte sich besser und schneller aufgebaut, was es fesselnder gemacht hätte, und es wäre kein solch mächtiger Hör-Brocken von 124 Minuten für die jungen Hörer gewesen. Trotzdem, schlecht ist es nicht und wer Spass an einer Teenie-Story mit Grusel-Mystery-Einschlag Gefallen finden kann, der darf gerne reinhören. Schön auf jeden Fall, dass es dieses Hörspiel nun wirklich gibt!

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