Gruselkabinett (53) – Die Herrenlose

Titel: Gruselkabinett (53) – Die Herrenlose / Verlag: Titania Medien / Laufzeit: ca. 68  min / Sprecher:  Friedrich Georg Beckhaus, Almut Eggert, Johannes Berentz, Hans Teuscher u.a.

InhaltAuf hoher See 1900: Nach einem schweren Sturm entdeckt die Besatzung des Schiffes Bheopte ein umher treibendes, herrenloses Wrack. Im Sonnenuntergang beschließen sie, dort an Bord nach dem Rechten zu sehen. Ein -wie sie erkennen müssen- lebensgefährliches Unterfangen…


Ich habe seit je her ein Faible für Geschichten, die auf hoher See spielen. Sie haben stets eine ganz eigene Atmosphäre und die Ausgelifertheit der Schiffe an die Natur steuert die nötige Spannung bei. Beides trifft auch auf „Die Herrenlose“ zu. Die Stimmung auf einem solchen Schiff zu damaligen Zeit wird sehr gut vermittelt und mit dem gewaltigen Sturm und dem gefährlichen Unternehmen, das Wrack zu besichtigen, sind auch Elemente vorhanden, die immerhin eine gewisse Spannung erzeugen. So richtig spannend will die Geschichte aber einfach nicht werden, dafür zieht sich für meinen Geschmack alles zu sehr in die Länge.  Ebenso habe ich das Schauerliche vermisst, das sonst typisch für die „Gruselkabinett“-Folgen ist. Da helfen auch die überaus anschauliche Schilderungen der im Wrack vorgefundenen Ekelhaftigkeiten wenig.

Dagegen kann man der Sprecherriege wie gewohnt nichts ankreiden. Friedrich Georg Beckhaus spricht als Erzähler den alten Dr. Dark, während Johannes Berentz dem Doktor in jungen Jahren und auf der Bheopte seine Stimme leiht. Beide Sprecher lassen den Arzt sympathisch und gewissenhaft wirken. Einen Schuss Jugendlichkeit bringt Antje von der Abe als neugierige und unternehmungslustige Constance Maine ein. Hans Teuscher gibt sich als Kapitän Gannington zwar ebenfalls sympathisch, aber auch energisch und wunderbar seebärig.

Beim ersten Hören ist mir die Musik in diesem Hörspiel überhaupt nicht aufgefallen. Ich bin kein Fan davon, wenn Musik sich in den Vordergrund drängt, doch hier dräut sie so leise im Hintergrund vor sich hin, dass sie weder auffällt, noch nennenswert zur Atmosphäre beiträgt. Das kenne ich aus dieser Serie anders!

Das Covermotiv gefällt mir zwar und ich finde es auch sehr stimmungsvoll, allerdings wollte mir vor dem Hören kein Zusammenhang zwischen dem Titel und dem Bild aufgehen. Dass ein besatzungslos umher treibendes Schiff als „Herenlose“ bezeichnet wird, hat mich erst dieses Hörspiel gelehrt.

Fazit:   Eine nette Geschichte mit Seemanns-Atmosphäre, der es aber leider an Spannung und Grusel fehlt.

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