Virals – Tote können nicht mehr reden (Kathy Reichs / Anna Thalbach)

Titel: Virals – Tote können nicht mehr reden / Verlag: Random House Audio / Spielzeit: ca. 490 min / Buch: Kathy Reichs / gelesen von: Anna Thalbach

InhaltDie vierzehnjährige Tory Brennan ist die Nichte der berühmten forensischen Anthropologin Tempe Brennan. Mit ihr teilt sie zwei Dinge: den Instinkt für Verbrechen – und den unbedingten Willen, diese aufzuklären … Auf einer einsamen Insel findet Tory die vergrabenen Knochen eines vor etwa 30 Jahren verstorbenen jungen Mädchens. Torys Versuch, gemeinsam mit ihren Freunden die Identität des Mädchens zu lüften, erweist sich als gefährlicher als erwartet: Bei der Toten handelt es sich um die damals sechzehnjährige Katherine Heaton, deren Verschwinden nie aufgeklärt wurde. Die Spuren des Verbrechens reichen bis in die Gegenwart, bis in ein Labor, in dem wissenschaftliche Experimente mit dem gefährlichen Parvovirus vorgenommen werden. Tory und ihre Freunde infizieren sich mit dem Virus – und erlangen dadurch eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit, die ihnen bei ihren Recherchen zugute kommt. Denn der Mörder von Katherine Heaton tut alles dafür, dass das Verbrechen nicht ans Tageslicht gebracht wird …


Das kommt davon, wenn man mit falschen Erwartungen an ein Hörbuch herangeht. Jedenfalls hat „Virals“ mich leicht verärgert zurückgelassen. Das liegt nicht an der Handlung um das gefundene Skelett und die Nachforschungen von Tory und ihren Freunden. Das ist durchaus spannend und unterhaltsam, eben ein ordentlicher Jugend-Krimi, oder meinetwegen auch Jugend-Thriller. Auch die Story um die mysteriöse Infektion hat mir gefallen, zumal ich ohnehin ein Faible für „Medizin“-Thriller, und da speziell aus dem Bereich Genetik, Mutationen etc. habe. Dieses Thema wird hier jugendgerecht angegangen. In diesem Falle bedeutet das, dass es schon recht wissenschaftlich zugeht, aber in einem Rahmen, in dem Jugendliche das Thema nachvollziehen können, und dass die Symptome der Mutation durchaus auch recht drastisch geschildert werden.
Klingt so, als könnte ich zufrieden sein mit diesem Hörbuch, oder? Bin ich aber nicht, denn wenn zwei Handlungstränge wie der um das Skelett und der um die Mutation der Kids so eng nebeneinander verlaufen, dann erwartet man automatisch, dass es einen Zusammenhang geben muss. Ich habe bis zum letzten Kapitel gewartet und gehofft, nur um festzustellen: klarer Fall von „ist nicht“.  Genau genommen hört man hier zu drei Vierteln also nur dabei zu, wie vier jugendliche „Superhelden“ heranreifen, so dass sie den Fall um das Skelett nachher recht spielend lösen können.

Anna Thalbachs markante und außergewöhnliche Stimme passt gut zu Toyi, die diese Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Denn auch Tory ist ein ungewöhnliches Mädchen, wodurch sie mir schnell sympathisch wurde. Anna Thalbach arbeitet hier aber nicht mit einem ganzen Schwung Stimmen für die einzelnen Charaktere, sondern beschränkt sich auf leichte Stimmvariationen , und setzt dafür mehr auf unterschiedliche Redweisen oder Tonfälle.

Das Cover dürfte für jugendliche Hörer durchaus interessant wirken, denn es kann vom Stil her mit Thrillern für Erwachsene mithalten. Auf den ersten Blick vermutet man dahinter keine ausgesprochene Jugend-Geschichte.
Im Booklet gibt es noch mal eine Zusammenfassung der Story und ein paar Informationen über die Autorin und die Sprecherin.

Fazit:  Ich hätte mir klar einen Zusammenhang zwischen Skelett-Fund und Mutation gewünscht, es klingt wirklich sehr lange danach. Entsprechend enttäuscht war ich nach dem Hören auch. Als Erstling einer Reihe -wie die „Virals“ es wohl werden- geht die Story aber in Ordnung.

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