Agent Zukunft (01) – Die Belohnung

Titel: Agent Zukunft (01) – Die Belohnung / Verlag: dingsbums productions / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher:  Alexander Magerl, Emma Braslavsky, Noam Braslavsky, Isabel Cole, Sebastian Schote

Inhalt: Rainer Wiedemann, ein geschei(ter)ter Wirtschaftsjournalist mit Renommeé, Alkoholproblemen und spärlichen sozialen Bindungen, wird eines Morgens abgeholt. In einem geheimen Trainingslager unterbreitet man ihm ein lukratives Angebot, das er nicht abschlagen kann: Gegen stattliche Honorare schicken sie ihn als Agent auf die Reise, um all die nicht realisierten Zukunftsmodelle der Menschen auf neue Profitmöglichkeiten abzuklopfen. Agent Zukunft reist also, geradeso ausgenüchtert und mit einem hochtechnokratischen Fragenkatalog bewaffnet, ins Jahr 2200 zum Venus-Projekt (www.thevenusproject.com) der Zeitgeist-Bewegung (www.thezeitgeistmovement.com), in eine Welt ohne Geld und mit einer neuen geografischen Wirklichkeit. Dort trifft er auf Daypira, eine Frau mit einem IQ von 250, die dazu Anhängerin einer Partisanenbewegung ist. Mit Entsetzen erkennt er: Die wichtigste Frage wurde nicht gestellt …


Beim Verlag mit dem vielversprechend schrägen Namen „dingbums productions“ ist kürzlich diese neue, als Hörcomic bezeichnete, Serie gestartet. Da ich mir unter einem Hörcomic nicht viel vorstellen konnte, war ich neugierig und hoffte natürlich auch darauf, hier etwas Neues und Innovatives zu hören zu bekommen. Die Geschichte erfüllt meine Hoffnungen nur bedingt, denn so weit hergeholt erscheint mir der Gedanke gar nicht mal, dass eine geheime Organisation gerne wüsste, wie die Zukunft der Menschen aussehen könnte um daraus dann Profit zu schlagen. Dafür ist natürlich die Idee der Zeitreisen reine Fiktion und eine durchaus unterhaltsame Angelegenheit. Gefehlt hat mir speziell das Neuartige, das ich von der Reihe erwartet hatte. Aber möglicherweise ist es gerade auch schwer, eine neuartige, nie dagewesene Geschichte zu erzählen, wo Dystopien aktuell wie Pilze aus dem Boden schießen; speziell im Bücherbereich. Denn genau als eine Solche habe ich „Die Belohnung“ auch empfunden: ein auf den ersten Blick paradiesisches Leben in der Zukuft, das aber mehr als nur eine Schattenseite hat. Damit will ich nicht sagen, dass es der Story an Spannung fehlt. Es ist schon interessant zu verfolgen, wie sie sich entwickelt und wie Agent Zukunft seine Mission erfüllt. Aber zumindest der Story fehlt der letzte Kniff. Abgesehen davon ist mir nicht aufgegangen, wieso sich das Hörspiel als „Hörcomic“ bezeichnet. Sicher, als Comic könnte die Geschichte auch funktionieren, aber beim Hören haftet ihr nichts Comicartiges an.

Mit vier Sprechern ein ausgesprochen kleiner Cast, der sich in erster Linie aus den Machern des Hörspiels zusammensetzt. Daraus lässt sich schon mal mit einiger Sicherheit schließen, dass keine Sprecher-Profis zu hören sind.
Ich muss aber sagen, dass Alexander Magerl, Emma Braslavsky und Noam Braslavsky dafür eine wirklich sehr ordentliche Leistung abliefern. Sie klingen über den größten Teil des Hörspiels hinweg erfreulich locker und unbemüht und sind mit unüberhörbarer Begeisterung bei der Sache. So fällt es leicht, ihnen zu lauschen und der Geschichte zu folgen.

Musik ist ein großes Thema in diesem Hörspiel. Was kann man machen um beschreibende und erklärende, gesprochende Passagen zu vermeiden, die den Hörer womöglich langweilen könnten? Genau! Man kann solche Passagen beispielsweise singen lassen, wie es hier der Fall ist.
Singe, wem Gesang gegeben. Den Sprechern ist er zweifelsfrei gegeben. Somit hat man auch in dieser Hinsicht nichts zu befürchten. Aber es ist natürlich schon sehr speziell, so viele gesungene Szenen in einem Hörspiel zu hören. Da kommt schon Musical-Flair auf.

Das Covermotiv ist eine nette Mischung aus verschiedenen Elementen. Mit dem Kopf und der Denkblase findet sich zumindest hier etwas Comicartiges, die Titelzeilen im Stil von digitalen Buchstaben und Zahlen heben den Zukunftsaspekt hervor und der Schattenriss daneben erinnert sehr an Sherlock Holmes. Alle diese Elemente finden sich auch im Inneren des Digipaks wieder.

Fazit:   Ich hatte mir die Story innovativer vorgestellt. Interessant ist sie aber allemal und vor allem wird sie speziell durch die Gesangseinlagen sehr ausgefallen präsentiert. Wer sich auf ein ungewöhnliches Hörspiel-Erlebnis einlassen kann, der darf hier ruhig mal ein Ohr riskieren.

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