Mark Brandis (15) – Aktenzeichen Illegal

Titel: Mark Brandis (15) – Aktenzeichen illegal / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: 63 min / Sprecher: Michael Lott, David Nathan, Tanja Fornaro, Martin Keßler u.a.

Inhalt: 2128: Grischa Romen hat sich verliebt – in die chinesische Astrophysikerin Ko Ai, die im Rahmen eines internationalen Projekts auf der HERMES gearbeitet hat. Seine Gefühle werden erwidert, doch einer gemeinsamen Zukunft steht ihre republikanische Herkunft im Weg. Als bekannt wird, dass sie eine »illegale Geburt« ist, der bei Rückkehr in ihre Heimat die Exekution droht, wendet sich Romen an seinen Commander und Freund Mark Brandis, der bald darauf Kopf und Kragen riskiert, um den beiden zu helfen. Erst als es zu spät ist, erkennt Brandis, wie skrupellos die Bürokratien der Staaten ihre Ziele verfolgen …


Ich habe es ja bei jeder Folge auf’s Neue gelobt: dass diese Serie trotz aller Politik und Weltraum-Action nie den Zwischenmenschlichen Bereich der Charaktere aus dem Blick verliert. Das finde ich grundsätzlich auch noch immer gut, da es einem die Personen greifbarer macht. Und so war ich zunächst auch von „Aktenzeichen Illegal“ angetan. Allerdings nahm mir dieses zwischenmenschliche Thema dann doch schnell Überhand. Selbstverständlich wartet es durch die Schilderung der Maßnahmen zu Geburtenkontrolle in den Republiken mit einer gewisse Dramatik auf und Brandis Unternehmungen um seinem Freund zu helfen sind auch recht spannend, aber etwas mehr Science Fiction in einer Science Fiction – Reihe hätte es gerne sein dürfen. Stattdessen bekommt man gesellige Abende zu hören, Feierlichkeiten und die Schwärmereien von Grischa…
Zudem missfällt mir das Ende dieser Folge, denn erstens ahnt man schon vorher wie die Geschichte ausgehen wird und zweitens…Happy End war doch gestern, oder? 😉

Punkten kann diese Weltraum-Seifenoper dagegen im Sprecherbereich, doch das kennt man von der Serie ja auch nicht anders. Tanja Fornaro alias Ko Ai lässt Grischas große Liebe sympathisch klingen, doch hört man immer auch heraus, dass sie sich durch ihre Herkunft im Wesen von Grischa und seinen Freunden unterscheidet. Und die „üblichen Verdächtigen“ wie besispeielsweise Michael Lott, David Nathan und Dorothea Anna Hagena wissen ohnehin zu überzeugen.

Wenisgtens der Soundtrack ist sich bewusst, dass er eine SF-Geschichte begleitet. Imposante, stimmungsvolle Stücke sind zu hören, oft sehr temporeich, so klingt es immerhin musikalisch nach Weltraum-Saga. Zwischendurch -wohl um Grischas Herkunft Rechnung zu tragen- gibt es aber auch folkloristisch angehauchte Melodien zu hören.

Im Booklet finden sich dieses Mal die Übersetzung eines russischen Liedes, da im Hörspiel eine Rolle spielt, und eine Erläuterung zur Gulamarajev-Spritze, die den Republiken als Maßnahme dienen, um die Überbevölkerung zu verhindern. Das Covermotiv zeigt eine interessante und exotische Kombination mit dem Raumschiff und der Antenne vor geradezu tropischer Szenerie.

Fazit:  Wie schon geschrieben: eine Weltraum-Seifenoper. Ganz nett zu hören, mehr aber auch nicht. Etwas mehr SF und zumindest ein wenig Action hätte es gerne sein dürfen. Zudem hat mich das Ende enttäuscht, da sich nach 63 Minuten Hoffen und Bangen alles viel zu leicht löst.

1 Comment

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  1. Warum muss eigentlich immer so ne bestimmte Art „Action“ in einer SF-Serie sein? Wäre es dann nicht wahrscheinlich, dass genau hier stünde „die sollten sich mal was einfallen lassen, immer das Gleiche, erst alles harmlos, dann ein Verdacht, der Held ist der Klügste, der Feind hat einen bösen Plan, und dann wird geballert und es kommen coole Sprüche am Schluss“?

    Aber vielleicht irre ich mich, und die Story ist nicht „anders als sonst“, sondern nur „langweilig“. Wie ist das denn in der Buchvorlage?

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