Fischnapping (Tim Binding / Bernd Stephan)

Titel: Fischnapping / Verlag: Jumbo Verlag / GoyaLit / Spielzeit: 5 CDs / gelesen von: Bernd Stephan  / Buch: Tim Binding

InhaltNach vier Jahren unschuldig hinter Gittern wird Al Greenwood unverhofft entlastet. Wieder in Freiheit scheinen ihm alle Möglichkeiten offen zu stehen. Doch als er in die englische Küstenidylle zurückkehrt, holt ihn seine Vergangenheit ein: Die Freundin seiner Ex-Ehefrau erpresst ihn mit einer Koi-Entführung. Und seine Tochter Carol setzt alles daran, ihn für den unaufgeklärten Tod ihres Verlobten zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem muss Al immer noch herausfinden, wen er damals vom Cliff gestoßen hat.


Ich habe dieses Hörbuch gehört, ohne den Vorgänger „Cliffhanger“ zu kennen. Dank einer kurzen, aber auf das Wesentliche beschränkten Zusammenfassung gleich zu Beginn, bekommt man einen guten Überblick auf die vergangenen Ereignisse. So findet man sich leicht in die Story ein. Die ist zwar wunderbar turbulent, angedreht und voll englischem Humor, aber dennoch wird hier meiner Meinung nach etwas übertrieben. Denn während der Quereinstieg leicht gelingt, wird es zusehends schwieriger, noch den Überblick über die zahlreichen abstrusen Ereignisse und die daran beteiligten schrägen Charaktere zu behalten. Zum Nebenbeihören ist „Fischnapping“ also die falsche Wahl. Wenigstens wird die Geschichte von Al ausgesprochen symapthisch erzählt. Und das, wo er doch alles andere als ein unbescholtener Bürger ist. Doch egal, was er anrichtet, so richtig übelnehmen kann man es ihm nicht. Ein echter Anti-Held also quasi, und da die so selten sind, sind sie halt stets etwas Besonderes.

Bernd Stephan trifft für diesen Charakter genau den richtigen Ton. Rauh, abgebrüht, flapsig, aber immer auch mit einer Prise Humor. Man kann sich so ein gutes Bild von Al machen. Andere Charaktere spricht er ohne große Variationen in der Stimme, was der Übersichtlichkeit leider nicht eben zuträglich ist. Totzdem bleibt es aber dabei, dass ich ihn für eine ausgezeichnete Wahl als Sprecher halte.

Was den Look angeht, ist man nach der Buchvorlage gegangen, die wie der Vorgänger sehr gelb daher kommt. Mit den Klippen, dem „Verbrecherauto“ und natürlich den titelgebenden Fisch, der in der Geschichte eine ganz wesentliche Rolle spielt, sind wichtige Elemente der Geschichte vertreten. Besonders gefällt es mir, dass die CDs jeweils in einer anderen leuchtenden Farbe gehalten sind. Das sieht klasse aus!

Fazit:  Eine sehr absurde Story, bei der es schwer fällt, den Durchblick zu behalten. Wenn einem dies aber gelingt und man mit solch haarsträubenden Erzählungen etwas anfangen kann, ist „Fischnapping“ ganz unterhaltsam. Wobei in dieser Hinsicht der englische, schwarze Humor einiges rausreißt.

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