Gruselkabinett (54 / 55) – Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers

Titel: Gruselkabinett (54 / 55) – Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 145 min / Sprecher: Ekkehard Belle, Hans-Georg Panczak, Eva-Maria Werth u.a.

Inhalt: Geisterseher Aylmer Vance und sein treuer Freund Dexter sind so etwas wie das Detektivgespann Sherlock Holmes und Dr. Watson für das Übersinnliche. Ob Geister, Vampire, Familienflüche, rätselhafte Todesfälle – die beiden furchtlosen Ermittler scheuen vor nichts zurück, um ihre gruselig-spannenden Fälle aufzuklären.


Unter diesem Hörspiel hatte ich mir -zugegeben- etwas anderes vorgestellt, zumal ich die Vorlage nicht kenne. Ich dachte, man begleitet den Geisterseher auf seinen Abenteuern. Stattdessen lauscht man dreien seiner Abenteuer, wie er sie seinem Freund Dexter erzählt.
Alle diese Geschichten in der Geschichte sind eher romantisch-schaurig, als wirklich gruselig. Hier und da ist aber doch zumindest eine wohlige Gänsehaut drin. Erst Vance letzte Erzählung schlägt den Bogen hin zu ihm und Dexter in der Gegenwart, was mich ein wenig versöhnt hat. Doch von einer Handlung vom Anfang bis zum Ende kann so nicht die Rede sein. Da das Hörspiel aber nun mal „Abenteuer eines Geistersehers“ heißt und so der literarischen Vorlage entspricht, geht dieses Prinzip grundsätzlich wohl in Ordnung. Ich hätte es mir anders gewünscht und es so sicher auch noch interessanter gefunden.

Drei Geschichten plus die beiden Gesprächspartner, da ist es logisch, dass ein großer Sprecher-Cast zu Worte kommt. Hervorheben möchte ich daraus Luisa Wietzorek als Daphne, die mir sehr gefallen hat und mir den kleinen Wildfang schnell sympathisch gemacht hat. Ebenso angetan bin ich von Marie Bierstedt in der Rolle der Lady Green-Sleeves. Es gelingt ihr gut, diesen Charakter geheimnisvoll, aber doch voll so vieler menschlicher Wünsche klingen zu lassen. Hans Georg Panczak, der den Part von Aylmer Vance übernimmt, hätte für meinen Geschmack eine Spur mysteriöser klingen dürfen.

Was die Untermalung anbetrifft, lässt man sich bei Titania ja nie lumpen. Das trifft auch auf diese Folge zu. Mal begleiten umfassende, imposante Stücke die Erzählung, dann wider schlägt man eher leise und ruhige Töne an, die sich im Hintergrund halten. Welcher Art auch immer, der Untermalung gelingt es stets, für das nötige Flair altmodischer Schauergeschichten zu sorgen.

Die beiden CDs ziehen in einem schicken Schuber ins Regal ein. Das Motiv der Box und der ersten CD sind identisch und zeigen die Seancen-Szene aus Vance erster Geschichte. Das Cover der zweiten CD zeigt eine Szene aus der dritten Erzählung. Der Stil, der an alte Gemälde erinnert, passt sehr gut zu der Serie und speziell auch zu dieser Folge,

Fazit:  Aylmer Vance‘ Abenteuer sind drei romantische Schauergeschichten, die sich gut in die Gruselkabinett-Serie einfügen. Auch, wenn ich mir etwas anderes darunter vorgestellt hatte, mehr als zwei Stunden schauerliche Unterhaltung sind hier sicher.

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