Die Rebellion der Maddie Freeman (Katie Kacvinsky / Marie Bierstedt)

Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 278 min / Buch: Katie Kacvinsky / gelesen von: Marie Bierstedt

Inhalt: Das Leben ist zu kurz, um vielleicht zu sagen Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin, für den nur das wahre Leben offline zählt. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben, und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen? In welcher Welt wollen wir leben und uns verlieben?


Es ist nur logisch, dass bei der Menge an Dystopien, die gerade auf den Markt kommen, gute, aber auch schlechtere dabei sind. „Maddie“ zählt für mich leider zur zweiten Kategorie. Wobei sie mir zunächst durchaus attraktiv erschien. Mich fasziniert die Vorstellung einer hochtechnisierten, völlig computerüberwachten Welt einfach mehr als die einer Menschheit, die unter ihrem Regime quasi ins Mittelalter abgerutscht sind. Und auch Maddie als Person habe ich als ganz interessanten Charakter empfunden, da es anfangs zahlreiche Andeutungen darauf gibt, dass sie sich bereits mal gegen das System aufgelehnt und deshalb schwer Ärger bekommen hat. Da ist man schon neugierig, was vorgefallen ist. Das wird dann allerdings relativ schnell aufgelöst, womit ein Teil der Spannung in die Binsen ist. Auch der rebellische Justin, in den sich Maddie verliebt sorgt nicht lange für Interesse, da nie so wirklich klar wird inwieweit er eigentlich rebelliert.
Wobei wir beim nächsten Knackpunkt wären, nämlich der Frage, wann Maddie eigentlich die titelgebende Rebellion in Angriff nimmt? Nur ganz wenige Male deutet sich so etwas an, sonst bleibt es allenfalls bei kritischen und aufbegehrenden Gedanken, denen aber nie Taten folgen. Vermutlich handlungsunfähig vor Verliebtheit, denn für eine 17jährige ist Maddie schon sehr naiv und schwärmerisch drauf. So stelle ich mir eine Rebellin eher weniger vor.

Marie Bierstedt gibt sich redlich Mühe und es gelingt ihr auch sehr gut wenigsten Maddies Stimme einen aufmüpfigen und rebellischen Ton zu geben. Wenn es der Story schon nicht gelingt…
Gleichzeitig klingt sie teenagermäßig jung, so dass man ihr Maddie auf ganzer Linie abnimmt.

Zu Beginn und am Ende der CDs sind kurze Musikstücke zu hören. Nichts Weltbewegendes und von Begleitmusik zu sprechen wäre zu hoch gegriffen, aber es lockert die Lesung ein wenig auf.

Obwohl ich schon finde, dass Rosa nicht unbedingt DIE Farbe für eine solche Geschichte ist, mag ich das Cover sehr. Mir gefällt das Helle, der Glanz, das wirkt alles etwas unwirklich, was einer Zukunftsvision gut steht. Und das Mädel schaut auch angemessen widerspenstig drein.

Fazit: Nicht sonderlich spannend und vor allem kaum rebellisch. Dank Marie Bierstedt aber gut anzuhören. Von mir gibt’s einen Pluspunkt, da diese Dystopie eine Zukunft beschreibt, die mir deutlich mehr taugt als eine, die ein Bild einer „mittelalterlichen“ malt.

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