Nichts – Was im Leben wichtig ist (Hörspiel)

Titel: Nichts – Was im Leben wichtig ist / Verlag: Hörbuch Hamburg, Silberfisch / Spielzeit: ca. 88 min / Sprecher: Anna Fischer, Kostja Ullmann u.a.

Inhalt: Nichts bedeutet etwas. Als Pierre Anthon das erkennt, steigt er auf einen Pflaumenbaum und verbringt dort seine Tage. Die anderen Kinder in der Stadt finden sein Verhalten nicht nur provozierend, es macht ihnen auch Angst. Aus Trotz beginnen sie, in einer verlassenen Sägemühle Dinge zusammenzutragen, die ihnen etwas bedeuten. Doch die Aktion läuft aus dem Ruder …


So oft ist es noch nicht passiert, dass mir eine Geschichte, die ich als Hörbuch bereits kannte, nochmal in einer Hörspielfassung unterkam. Ich glaube sogar, dass “Nichts” hier eine Premiere darstellt. Gleich vorweg: ich finde, die Geschichte hat es verdient. Denn so unspektakulär sich der Rückentext liest, die Story an sich hat es ganz schön in sich und lässt einen nicht mehr los. Es ist spannend und später auch sehr schockierend zu verfolgen, wie die Kinder ihren Berg an “Bedeutung” zusammentragen, welch unsägliche Unternehmungen sie dafür anstellen und wie die Opfer immer drastischer werden. Man denkt immer wieder: das können sie doch unmöglich durchziehen…und dann sitzt man perplex und schockiert da, wenn sie es tatsächlich tun. Ich kann gut nachvollziehen, dass diese Geschichte äußerst umstritten ist, denn dafür, dass sie sich ja an Kids ab 12 Jahren richtet, wird hier ganz schön harter Tobak geboten. Allerdings finde ich nicht, dass “Nichts” nur eine Geschichte für Jugendliche ist. Die Aussage, die Philosophie, der Story ist sicher auch für Erwachsene interessant, und regt zum Nachdenken an.

Was die Sprecher anbetrifft, kann ich nur zu den beiden Hauptsprechern etwas sagen, da ich die übrigen Namen keinen Rollen zuordnen kann. Agnes, die quasi als “Erzählerin” durch die Geschichte führt, die aber natürlich auch eine der Jugendlichen ist, die zu der Clique gehört, wird von Anna Fischer gessprochen. Ihr junge Stimme passt gut zu Agnes. Zudem klingt sie sehr glaubhaft, so dass man ihr sofort abnimmt, dass sie davon überzeugt ist, es sei richtig, was sie da tun um Pierre Anthon zu überzeugen. Den Part des Pierre Anthon übernimmt Kostja Ullmann. Zwar hat er im Verhältnis zu den übrigen Sprechern eher wenig zu sagen, doch wenn er spricht, wird man sofort aufmerksam. Er lässt den jungen Zweifler sehr abgeklärt klingen, was mich sehr beeindruckt hat.

Musikalisch hält sich das Hörspiel eher bedeckt. Will heißen, trotz aller Dramatik sind stets nur leise Melodien zu hören ohne jegliche Effekthascherei. Trotzdem gelingt es diesen Stücken prima, besonders dramatische, spannende oder traurige Stellen zu begleiten und für die nötige Atmosphäre zu sorgen, die sich meist bedrückend und bedrohlich zeigt.
Auffalendster Effekt ist es, dass sehr häufig Sätze verschiedener Sprecher ineinander verlaufen, dass einer hinter dem anderen in Sachen Lautstärke zurücksteht, was so natürlich trotzdem auffällt und auch wirkt.

Der an sich sehr schlichte, weiße Look des Covers passt gut zum Titel. Was soll man auf ein Cover bringen, wenn der Titel “Nichts” lautet? Eben! Lediglich die Zusätze “Das Hörspiel” und “SWR” haben im Vergleich zum Hörbuch noch Platz gefunden.

Fazit:  Ich fand “Nichts” schon als Hörbuch stark und sehr beeindruckend und erschreckend. Als Hörspiel jetzt wirkt es durch die verschiedenen Sprecher lebendiger und dadurch nur  noch erschreckender. Das Hörspiel lohnt auf jeden Fall!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme