100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte (Gabriella Engelmann / Marie Bierstedt & Sven Hasper)

Titel: 100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte / Verlag: Der Audio Verlag / Spielzeit: ca. 199 min / Buch: Gabriella Engelmann / gelesen von: Marie Bierstedt, Sven Hasper

Inhalt: Rosalie Dorn ist glücklich! Sie ist von zu Hause ausgezogen, hat ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau angefangen und sich Hals über Kopf in René Prinz verliebt. Doch es gibt ein Problem: Auf Rosalie lastet ein Fluch, der besagt, dass ihr siebzehnter Geburtstag in einer Katastrophe enden wird. Aber Rosalie glaubt nicht an Märchen zumindest bis zur Nacht vor ihrem Geburtstag, als sie das verbotene Turmzimmer des Schlosshotels betritt.


Nach Alex Flinns „Beastly“ und „Kissed“ haben wir hier eine Märchen-Adaption einer deutschen Autorin. Wie der Titel verrät, hat sich Gabriella Engelmann „Dornröschen“ vorgeknöpft und ins Heute transferiert. Sehr zimperlich ist sie dabei nicht zu Werke gegangen. Schon die Namen „Rosalie Dorn“ und „René Prinz“ lassen einen schnell erahnen, wohin der Hase läuft. Und so realitätsnahe die Story sonst ist, dass da plötzlich eine Tante zur Taufe der jungen Rosalie auftaucht und im Wohnzimmer mal so eben einen Fluch auspricht, das muss man dann halt einfach so akzeptieren. Danach allerdings ist bis auf wenige Elemente wie z.B. ein Turmzimmer im Hotel nicht mehr viel von der märchenhaften Grundlage zu spüren. Vielmehr bekommt man eine so richtig typische Teenie-Lovestory zu hören. Mit allen Irrungen, Wirrungen, Missverständnissen, Turbulenzen, leidenschaftlichen Küssen und Tränen, die einfach dazu gehören. Man sollte schon eine gewisse Toleranz gegenüber Kitsch mitbringen um die Geschichte so richtig genießen zu können. Für meinen Geschmack hätte es gerne eine Spur witziger zugehen können, mehr als ein Schmunzeln hier und da war leider nicht drin. Aber vergnüglich ist „100 Jahre ungeküsst“ auf jeden Fall.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Rosalie und René erzählt. Dabei leiht Marie Bierstedt Rosalie ihre Stimme, während Sven Hasper René zum Leben erweckt. Marie Bierstedt steht der Part von Rosalie sehr gut. Sie trifft genau den richtigen Ton für das Mädchen: symapthisch, pfiffig und verliebt-kitschig. Sven Hasper hat mir als René ebenfalls gefallen. Auch er klingt symapthisch und hin und wieder auch eine Spur vornehm, wie es sich für einen „Prinzen“ ja auch gehört.

Ich mag ja solche Schattenriss-Designs für Cover unheimlich gerne. Das war auch das Erste, wodurch mir dieses Hörbuch auffiel. Dieser Look zieht sich durch das gesamte Booklet und selbst die CDs sind so gestaltet. Mit den Dornenranken und den Schlössern wird dem Märchen Rechnung getragen, während die halbe Mädchengestalt doch sehr modern wirkt. Eine schöne Mischung.

Fazit:   Eine unterhaltsame Märchen-Adaption mit relativ hohem Kitschfaktor. Wer slche Geschichten mag, sollte hier ein Ohr riskieren.

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