Scheiß Liebe (Thomas Brinx & Anja Kömmerling / Anna Carlsson)

Titel: Scheiß Liebe / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 281 min / 4 CDs / Buch: Thomas Brinx & Anja Kömmerling / gelesen von: Anna Carlsson

Inhalt: Liebe ist das Schönste auf der Welt und kann doch so sch… sein. Alles wird gut. Trotzdem. Da ist sich Lene sicher, daran hält sie sich fest. Obwohl ihre heile Welt gerade auseinanderbricht. Nichts mehr ist, wie es vorher war, weil ihre Eltern sich getrennt haben. Aber Lene ist und bleibt optimistisch. Ganz anders ihre große Schwester Rose, die in einer dunklen Liebe zu dem Musiker Dante gefangen ist. Und eigentlich nicht mehr an die Liebe glaubt


Es war vor allem das Schwein auf dem Cover, was mich neugierig auf das Hörbuch machte. Die ersten paar Kapitel habe ich mich dann aber doch schwer damit getan, weil mir diese Familie so „unmöglich“ vorkam. Das legte sich dann aber schnell als ich akzeptiert hatte, dass sie eben anders ist. Eine Art chaotische Hippie-Familie im Heute, in der die eine Tochter mit einem Schwein kuschelt, die andere sich in -düsterer- Musik ergeht, und in der fast alle mit Vorliebe deutsche Schlager singen. Genau damit macht sich Familie Dunker aber schnell ausgesprochen sympathisch. Um die Liebe geht es hier in vielfältiger Art und Weise. Hauptsächlich natürlich durch die Trennung der Eltern, die die beiden Mädchen Lene und Rose auf sehr verschiedene Art an der Liebe zweifeln lassen. Aber auch Roses Liebe zu dem Sonderling Dante, Lene erste Liebe zu ihrem Freund Johnny und die Liebe zwischen Familienmitgliedern sind Thema. Sehr einfühlsam gehen die Autoren auf alle diese Bereiche der Liebe ein und es fällt sehr leicht, sich in die Charaktere einzufühlen, vor allem natürlich in die „kleene Lene“, die am meisten unter der Trennung leidet und wirklich alles tun würde um ihre Familie zurückzubekommen. So bleibt es am Ende dann auch nicht aus, dass es sehr rührend zugeht und einem da durchaus die Tränen in den Augen stehen. Erfreulicherweise bleibt die Story aber durchweg sehr realistisch, weshalb auch das Ende nicht in Kitsch und Friede-Freude-Eierkuchen versinkt.

Anna Carlsson liest diese Geschichte wirklich toll. Man nimmt ihr Lene sofort ab, sie bringt die Gefühle des Familien-Nesthäckchens sehr gut rüber, aber es gelingt ihr auch, die übrigen Charaktere überzeugend zum Leben zu erwecken. Dafür gibt sie aber auch alles: sie schreit, singt, heult, jubelt…klasse!

Da Musik in der Story eine große Rolle spielt, bringt das Hörbuch einen eigenen Titelsong mit, „Scheiß Liebeslied“. Gesungen wird er von Kristin Koch, und der Text passt wirklich gut zur Geschichte. Ein Hörbuch mit eigenem Lied, das ist doch mal etwas Besnderes. Wer es sich anhören möchte: hier entlang

Wie gesagt, hat mich das Schwein sofort neugierig gemacht. Vor allem weil es keinen Bezug zum Titel hat. Jedenfalls bis man das Hörbuch hört. Denn da spielt ein Schwein eine ganz wichtige Rolle. Und auch der stoffartige Hintergrund und der aufgestickte Titel ergeben nach dem Hören einen Sinn. Also ein sehr passendes Cover.

Fazit:  Eine sehr schöne Geschichte, die das Thema „Liebe“ ausgesprochen einfühlsam behandelt. Zusammen mit einem guten Schuss Humor und Situationskomik ein sehr empfehlenswertes Hörbuch.

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