Geisterritter (Cornelia Funke / Rainer Strecker)

Titel: Geisterritter / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 325 min / Buch: Cornelia Funke / gelesen von: Rainer Strecker

Inhalt: Seitdem Jon im Internat in Salisbury ist, erscheinen ihm nachts furchterregende Geister. Nur seine Mitschülerin Ella glaubt ihm. Als die beiden entdecken, dass Jon von Lord Stourton heimgesucht wird, der vor fast 500 Jahren gehängt wurde, holen sie sich den Beistand des Ritters Longspee, der in der Kathedrale begraben liegt. Denn Stourton scheint auch heute noch sein grausames Unwesen zu treiben. Als Dank sollen die beiden Longspees Herz finden. Da verschwindet plötzlich Ella


Ich gehöre zu den wenigen Lesern, die mit Cornelia Funkes „Tinten“-Trilogie gar nichts anfangen kann. Da ist es nicht erstaunlich, dass ich mich lange nicht an ihre „Geisterritter“ gewagt habe. Doch irgendwie lies mich der Titel doch nicht in Ruhe. Jetzt bin ich froh, dass ich die „Geisterritter“ gehört habe, dann mit der „Tinten“-Trilogie hat die Geschichte gar nichts gemeinsam. Stattdessen kann man ihr im gewissen Maße -ein 11jährige Junge in einem spukigen Internat- eine Ähnlichkeit mit „Harry Potter“ nicht absprechen. Trotzdem unterscheidet sie sich sonst grundlegend davon, denn Jon kann nicht zaubern, er ist ein ganz normaler Junge, der nur eines Tages die Geisterritter sieht und damit in ein märchenhaftes Abenteuer schlittert. Geister, ungewöhnliche Kröten, Charaktere, die nicht die sind, die sie zunächst zu sein scheinen, Cornelia Funke hat hier in Sachen Phantasie aus dem Vollen geschöpft und diese Elemente in einer schönen und spannenden Geschichte für junge Hörer verarbeitet. Besonders gefallen hat es mir, dass es bei den „Geisterrittern“ auch gut gruselig zugeht, so wie es sich für Geister nun mal auch gehört. Da ist das eine oder andere Schaudern garantiert.

Rainer Strecker liest diese ungekürzte (!) Lesung und trifft den dafür nötigen geheimnisvollen und auch leicht unheimlichen Ton sehr gut. Ohne große stimmliche Verrenkungen verleiht er außerdem den Charakteren unverkennbare Stimmen, so dass man sich beim Hören gut zurechtfindet.

Am Ende der CDs und gelegentlich auch zwischen Szenen sind stimmungsvolle, düstere Musikstücke zu hören. Gespielt auf recht außergewöhnlichen und altmodisch anmutenden Instrumenten wie Dudelsäcken und Schlüsselfiedel  unterstreichen sie gekonnt die Atmosphäre der Geschichte.

Um dieses Hörbuch schließlich abzurunden, ist auch die Aufmachung ein echter Hingucker. Das Covermotiv mit den Lichtspielereien lädt zum längeren Betrachten ein. Und auch die Papphüllen, in denen die 5 CDs stecken sind mit wunderschön gezeichneten Motiven versehen, die Szenen aus der Geschichte zeigen.

Fazit:  Eine schöne, märchenhafte und spannende Geschichte mit gutem Grusel-Faktor, die mir ausgesprochen gut gefallen hat!

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