John Sinclair (68) – Die Leichenkutsche von London

Titel: Die Leichenkutsche von London / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 46 min / Sprecher: Frank Glaubrecht, Martin May, Franziska Pigulla, Tobias Kluckert, Marie Bierstedt u.a.

Inhalt: Rod Kane zog seine Luger und schritt leicht gebückt und nach allen Seiten blickend in den Garten. Das diffuse Mondlicht tauchte das Gelände in ein unheimliches Grau. Plötzlich hörte er das Geräusch. Ein Wiehern. Kane fuhr herum – und erblasst. Mitten auf dem Rasen stand sie. Eine Kutsche. Eine schwarz lackierte Leichenkutsche, vr die zwei ebenfalls pechschwarze Pferde gespannt waren. Die Augen der Tiere leuchteten in einem tiefen Rot. Rod wusste, dass nun etwas Schreckliches geschehen würde.


Bei mir ist wirklich gerade die Zeit der Quereinstiege in Hörspielserien. Nun habe ich also auch „John Sinclair“ kennengelernt. Kurz gesagt: ein klarer Fall von nicht gehalten, was der Titel verheißt. Denn „Die Leichenkutsche von London“ klingt ja schon nach Spannung und vor allem nach Grusel. Aber weit gefehlt. Grusel geht meiner Meinung nach anders. Speziell die Szenen mit der Kutsche bzw dem Wiehern und Hufetrappeln hätte man schauerliche gestalten dürfen. So wirken aber selbst diese Momente kühl und seelenlos. Und Spannung? Womöglich sind Sinclair, Suko und Co. nach 67 Abenteuern bereits völlig abgestumpft, so dass selbst tempo- und actionreiche Szenen eher gemütlich vor sich hin plätschern. Da habe ich mich schon sehr gewundert.

An den Sprechern gibt es nichts auszusetzen, ausser dass ihnen etwas mehr Emotinen hier und da ganz gut zu Gesicht ständen. Davon abgesehen sind hier Routiniers am Werke, die ihre Texte souverän zu Gehör bringen. Mit Frank Glaubrecht und Martin May in den Rollen hat man ohnehin keine Aussetzer zu befürchten, aber auch die weiteren Rollen sind mit u.A. Wolfgang Bahro, Marie Bierstedt, Udo Schenk und Franziska Pigulla prominent besetzt. Einzig, dass einem Oliver Kalkofe im Moment alle naselang in einem Hörspiel begegnet, stört mich mittlerweile doch.

Es wäre sicher auch an den Geräuschen und der Untermalung gewesen, die Szenen mit dem Dämon Xorron schauerlicher zu gestalten. Doch als stimmungsvoll habe ich die Stücke nicht empfunden, die man zu hören bekommt. Abwechslung und einen besonderen Schliff bringen einzig die Musiken rein, mit denen der Techno-Tempel vorstellbar gemacht wird. Und auch die Geräusche sind eher Standard. Bei einer Szene in der Xorron seinem Opfer in die Kehle beißt, bin ich mir übrigens ziemlich sicher, dass für dieses Geräusch jemand eine Dose Katzenfutter aufgerissen hat 😉

Das Cover fällt klassisch aus  und so, dass man eigentlich auf ein ganz unterhaltsames und auch gruselige Hörvergnügen hoffen darf. Der Stil gefällt mir.

Fazit:   Ein Quereinstieg, der mich leider nicht überzeugen konte. Keine Spannung, keine (Grusel)atmosphäre, einfach glatt und sauber ohne das gewisse Etwas.

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