Die Märchen der Gebrüder Grimm – Aschenputtel / Hänsel und Gretel

Titel: Die Märchen der Gebrüder Grimm – Aschenputtel / Hänsel und Gretel / Verlag: Raute Media / Spielzeit: ca. 54 min / Sprecher: Reinhilt Schneider,  Merete Brettschneider, Günter Merlau, Katja Brügger u.a.

Zum Jubiläumsjahr der Gebrüder Grimm sind die Märchen mit bekannten Stimmen, märchenhafter Musik und spannender Geräuschkulisse neu vertont worden. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Träume, die die Märchen beim Zuhören wecken, machen sie bei Jung und Alt beliebt. Die Märchen und Sagen der Gebrüder Grimm entführen uns in zauberhafte Welten.


Ich bin -zugegeben- kein Fan von Märchen(hörspielen), finde aber, dass Kinder Märchen kennenlernen sollten. Und gleich nach den alten Europa-Märchenhörspielen würde ich diese Reihe von Raute Media dafür empfehlen. Sowohl „Aschenputtel“, als auch „Hänsel und Gretel“ werden so erzählt, wie ich es noch aus alten Märchenbüchern kenne. Von daher denke ich, dass man sich sehr am Original orientiert hat. Dabei ist mir mal wieder klar geworden, was man kleinen Kindern mit Märchen alles zumutet: abgehackte Fersen und Zehen, ausgepickte Augen Eltern, die ihre Kinder im Wald aussetzen, Kinder im Backofen, gruselige Hexen im Wald…das ist durchaus nicht ohne. Aber es ist natürlich auch sehr spannend und ich weiß von mir noch, dass mir diese gewisse Gänsehaut beispielsweise beim „Hänsel und Gretel“ früher gefallen hat. Und außerdem sollen Märchen ja auch keine reine Bespaßung sein, nein, da sind eben auch die Eltern gefragt ihrem Nachwuchs die eventuelle Angst zu nehmen. Eine Moral bzw eine Lehre ist Märchen natürlich auch oft inne, die in diesen beiden Märchen auch greifbar rübergebracht werden.

Reinhilt Schneider als Erzählerin bei „Aschenputtel“ hat mir sehr gut gefallen, mit ihr als Sprecherin hätte ich mir das Märchen sogar als Hörbuch angehört. Sie erzählt sehr ruhig und eindringlich, was einen sofort gefangen nimmt. Wieso man mit Merete Brettschneider sowohl Aschenputtel als auch eine der bösen Stiefschwestern (und auch noch einen Vogel!) besetzt hat, verstehe ich zwar nicht, aber es gelingt ihr, einerseits dem nette und liebenswerte Aschenputtel eine eigene Stimme zu verleihen, andererseits aber auch einen passenden Ton für die gemeine Stiefschwester zu treffen.
Katja Brügger darf sich in „Hänsel und Gretel“ als herzlose Mutter austoben, was ihr so gut gelingt, dass ich sie bereits nach den ersten Worten einfach nur schrecklich fand. Dafür klang mir Jonas Zumdohme zu alt für den Hänsel, der in meiner Vorstellung deutlich jünger ist.

Kaum ein Moment ohne Untermalung, das steht Märchen natürlich gut. Zudem sorgen die Stücke hier für die nötige verträumte Stimmung, unterstützen aber auch die Atmosphäre der jeweiligen Szenen. So präsentieren sie sich oft genug auch düster und bedrohlich. Aber warum auch eigentlich nicht? Die Geschichten haben es ja auch in sich, wie wir bereits erkannt haben.

Das Covermotiv zeigt sich  ausgesprochen schlicht, das mag manchen Käufer eventuell ein wenig abschrecken. Ich finde allerdings, Märchen haben eben ihre Jahrhunderte auf dem Buckel und ihnen würde ein auf modern getrimmtes Motiv daher gar nicht wirklich stehen.

Fazit:  Zwei sehr schöne Märchenhörspiele, die ich wirklich empfehlen kann. Schön erzählt, gut gespielt und begleitet von stimmungsvoller Musik.

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