Ich.Darf.Nicht.Schlafen. (S.I. Watson / Andrea Sawatzki)

Titel: Ich.Darf.Nicht.Schlafen. / Verlag: Argon Hörbuch / Spielzeit: ca. 469 min / Buch: S.I. Watson / gelesen von: Andrea Sawatzki

Inhalt: „Es ist wie sterben, jeden Tag. Immer und immer wieder.“
Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?


Die Meinungen, die mir bisher über diese Geschichte begegnet sind, gingen oft weit auseinander. Viele finden sie toll, mindestens genauso viele finden sie weniger berauschend. Ich liege mit meiner Einschätzung ziemlich in der Mitte. Umgehauen hat mich dieser Thriller nicht, zumal er sich mit dem „Am Ende ist nichts so, wie es bis dahin aussah“-Prinzip nicht von den übrigen Vertretern des Genres unterscheidet. Da kann es dann nun mal keine spezielle Auszeichnung geben. Aber die Geschichte hat mich gut und auch spannend unterhalten. Bei sechs CDs will das schon was heißen, ab fünf CDs tue ich mich oft etwas schwer. Die Spannung bezieht die Story im Wesentlichen daraus, dass man als Hörer ebenso ahnungslos ist wie Christine und so zusammen mit ihr stets bemüht ist, die vielen losen Fäden möglichst sinnig miteinander zu verknüpfen. Das hat ebenso zur Folge, dass man genau wie Christine schon sehr bald niemandem aus ihrem Umfeld mehr traut und sich immer wieder fragt, wer es gut mit ihr meint, und wer ein falsches Spiel mit ihr treibt.
Das Finale dann wird für meinen Geschmack etwas zu flott abgewickelt. Vor allem, wenn man berücksichtigt, wieviel Zeit sich die Geschichte zuvor nimmt.

Andrea Sawatzki gehört zu meinen Lieblingssprecherinnen. Schon damit hatte das Hörbuch schon vor dem Hören einen kleinen Bonus eingefahren. Ihr gelingt es sehr gut, dem Hörer Christines Unsicherheit und Verzweiflung über ihre Situation zu vermitteln. Allerdings liest sie mir an einigen Stellen zu abgehackt. Möglicherweise soll das verdeutlichen, mit welcher Plötzlichkeit gelegentliche Erkenntnisse oder auch Fragen über Christine hereinbrechen, aber mir hat das den Erzählfluss ziemlich ausgebremst.

Der Look des Hörbuchs ist vom Cover bis hin zu den CDs äußerst schlicht geraten. Glücklicherweise ist Blau meine Lieblingsfarbe 😉 Einen Zusammenhang mit der Geschichte kann ich darin aber nicht erkennen. Ebenso wenig wie mit der Motte. Außer dass die Motte ein Tier der Nacht ist und man nachts meist schläft, was ja im Titel eine Rolle spielt.

Fazit:  Ein unterhaltsamer und spannender Psychothriller, den Fans des Genres sich ruhig gönnen dürfen. Sie sollten sich nur im Klaren darüber sein, dass S.I. Watson hier nicht das Psychothriller-Rad neu erfindet.

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