Sigmund Freud (06) – Sein und Haben

Titel: Sigmund Freud (06) – Sein und Haben / Verlag: Stil / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Hans Peter Hallwachs, Andreas Fröhlich, Felicitas Woll, Christian Stark u.a.

Inhalt: Auf die Wiener Bodencreditanstalt wird ein Überfall verübt. Die Gendarmerie greift ein – einer der Bankräuber wird erschossen, ein weiterer wird festgenommen, die übrigen fliehen mit der Beute. Sigmund wird von Karl in die Befragung des Gefassten eingeschaltet – der geistig verstörte Mann ist die einzige Möglichkeit, an die übrigen Räuber und die Beute zu kommen.


Ein Banküberfall stellt den Aufhänger dieses Falles, bei dem die Polizei Freud zu Rate zieht. Nicht gerade ein spektakuläres Verbrechen. Und auch die Geschichte an sich habe ich als wenig aufregend empfunden. Trotz einer unerwarteten Wendung am Ende. Der Geschichte fehlt es für mich einfach an Dramatik, und sonderlich spannend fand ich sie ebenfalls nicht. Außerdem hätte ich auf Freud psychoanalytische Lösungsansätze dankend verzichten können. Gar nicht mal wegen ihrer thematischen Richtung, sondern weil sie mir im Zusammenhang mit so etwas „Gewöhnlichem“ wie einem Banküberfall einfach haarsträubend absurd erschien. Ich denke, diesen Fall hätte die Gedarmerie mit etwas mehr Zeit und Aufwand sicher auch selber lösen können, und das sinniger.

Die Sprecherbesetzung kann man nicht schlecht reden, das wäre gelogen. Denn hier ist wie von der Reihe gewohnt alles im grünen Bereich. Allen voran natürlich Hans Peter Hallwachs, der mit markanter Stimme und eindringlichem Ton in der Rolle des Freuds zu überzeugen weiß. Andreas Fröhlich als Polizist Karl Gruber bildet dazu einen unterhaltsamen Kontrast, und für mich liegt es hauptsächlich an ihm, dass die Hörspiele durchaus etwas modern klingen. Christian Stark übernimmt den Part des Bankräubers Carol Karrassnig, und hat mich mit seiner Darstellung des geistig nicht ganz so gut reich gesegneten Bankräubers sehr beeindruckt.

Düstere Stücke untermalen und begleiten die Geschichte und erzeugen eine angemessene Atmosphäre. Und das ganz ohne großes Tamtam und Effekthascherei. Gleiches gilt für die Geräuschkulisse. Auch sie hält sich eher zurück, ist aber vorhanden, sobald sie notwendig ist.

Das Cover stellt wie gewohnt Freud in den Mittelpunkt. Im Hintergrund sind Elemente der Geschichte zu sehen. Dieser Look wirkt -auch durch die Farb-, Licht- und Schattenspielerei- sehr edel und seriös. Eben wie man es bei einer Krimi-Serie um Sigmund Freud erwarten darf. Im Booklet findet man kurze Abhandlungen zu Themen wie Habgier und den Intelligenzquotienten.

Fazit:  Mir war das Verbrechen, das hier den Aufhänger stellt, schlichtweg zu wenig dramatisch. Ein Banküberfall ist für mich -selbst um 1920 herum- nichts so Aufregendes, das man dafür jemanden wie Freud zu Rate ziehen müsste. Allenfalls solide vs tiefgründig, das passt nicht. Davon abgesehen erschienen mir Freuds Theorien zu absurd.

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