Ich bin hier bloß der Hund (Jutta Richter)

Titel: Ich bin hier bloß der Hund / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 109 min / gelesen von: Jutta Richter / Buch: Jutta Richter

Inhalt: Er heißt eigentlich Brendon, was zu seiner vornehmen Herkunft auch viel besser passt aber sie nennen ihn Anton, weil sich das angeblich besser rufen lässt. Sie haben sich eine dieser schrecklichen Hundepfeifen zugelegt weil sie sich einbilden, dass er dann besser hört. Sogar in eine Hundeschule stecken sie ihn weil sie glauben, dass sie nur richtige Herrchen und Frauchen sind, wenn er auf Kommando jeden Unfug macht, den sie von ihm verlangen.
Die Krone der Schöpfung wollen die Menschen sein, dabei kapieren sie nichts. Nicht mal, dass Katzen nicht aufs Sofa gehören. Hunde ja! Katzen nicht! Warum die Hunde dann nicht weglaufen? Weil Menschen, wenn man sie sich mal erzogen hat, sehr zuverlässig mit dem Futter sind und weil sie zum Glück auch nicht verstehen, an welchem Ende der Leine sie eigentlich gehen.


Nachdem Katze Ilsebill in „Ich bin hier bloß die Katze“ ihre Sicht auf das Leben geschildert hat, kommt in dieser Geschichte nun Hund Anton zu Worte. Und auch der hat so seine ganz eigenen Ansichten was seine Menschen und sein Leben anbetrifft. Ich hatte mich auf dieses Hörbuch sehr gefreut, denn ich liebe Tiere und Titel und Rückentext ließen auf eine tierisch-lustige Geschichte hoffen. Umso enttäuschter war ich als ich nach der ersten CD festellen musste, dass ich nicht ein einziges Mal gelacht hatte. Von Witz keine Spur, von Tempo und etwas Pep ebensowenig. Es ist allenfalls ganz nett, Anton zuzuhören, mehr aber auch nicht. Seine Erzählungen plätschern so vor sich hin, sind weder amüsant, noch sonderlich spannend oder aufregend, eben bestenfalls ganz gut zum Nebenbeihören, ohne dass davon etwas groß hängenbliebt. Mir tut das sehr leid und ich verstehe es auch nicht. Immerhin bringen (Haus)tiere uns doch sonst so oft wenigstens zum Schmunzeln. Zu Gute halte ich der Geschichte, dass man ihr -trotzdem sich Anton so oft über seine Menschen und ihr Tun wundert- schon anmerkt, wie sehr er eigentlich an ihnen hängt. Aber ich hatte mir eben keine verkappte Liebeserklärung eines Vierbeiners an seine Zweibeiner erhofft, sondern einen humorvollen Einblick in die Sichtweise eines Hundes.

Ich habe allerdings den Verdacht , dass dieser behäbige Eindruck zum Großteil auch an Sprecherin und Autorin Jutta Richter liegt. Die tiefe Stimme ist für einen Hund zwar gut gewählt, aber sie hätte ruhig mit mehr Schwung erzählen dürfen. Ich denke, das hätte schon eine ganze Menge ausgemacht. Vermutlich würde mir „Ich bin hier bloß der Hund“ beim Selberlesen deutlich witziger vorkommen.

Zu Beginn und auch zwischen den Kapiteln sind immer wieder kleine Musikstücke zu hören, die sehr folkloristisch anmuten. Das passt deshalb ganz gut, weil Anton ein ungarischer Hütehund ist und oft von seinen Vorfahren in Ungarn erzählt und schwärmt. Hin und wieder sind auch einzelne Geräusche zu hören. Das lockert den trägen Stil des Hörbuchs wenigstens etwas auf.

Das Cover fällt eher schlicht aus. Trotzdem finde ich es mit der Zeichnung von Anton ganz niedlich und witzig. Im Booklet findet man neben der Trackeinteilung noch ein paar Informationen über Jutta Richter und den echten Anton, nach dessen Vorbild der Anton aus „Ich bin hier bloß der Hund“ erdacht wurde.

Fazit:  Mich hat das Hörbuch leider enttäuscht. Ich hatte es mir deutlich witziger und schwungvoller vorgestellt. Eventuell lese ich noch mal das Buch, da ich wie gesagt denke, dass Jutta Müller als Sprecherin die Fahrt aus der Erzählung nimmt.

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