Frerk, du Zwerg (Finn-Ole Heinrich)

Titel: Frerk, du Zwerg / Verlag: Hörcompany / Spielzeit: ca. 68 min / Buch: Finn-Ole Heinrich / gelesen von: Finn-Ole Heinrich

Inhalt: Frerk ist klein, nicht besonders stark und die Kinder in der Schule rufen: „Frerk, du Zwerg!“ Sein Vater ist wortkarg und seine Mutter reagiert allergisch auf alles, was Spaß macht: Hunde, Ausflüge, Schokolade, den Sommer, Himbeeren und Gäste. Doch in Frerks Kopf wohnen wilde Gedanken und bunte Wörter, Frerk träumt von Abenteuern und einem großen Hund mit zotteligem Fell.
Als Frerk ein seltsames Ei findet und es aus Versehen in seiner Hosentasche ausbrütet, fühlt es sich für ein paar Tage an, als würde sein Leben Anlauf nehmen. Denn die Truppe kleiner, merkwürdiger Gestalten, die dort schlüpft, stellt ungefähr alles auf den Kopf und zeigt Frerk, dass es manchmal viel besser ist zu handeln, als nur zu träumen…


Ich habe dieses Hörbuch auf einer Zugfahrt gehört, ganz ohne Gelegenheit mal eben im Internet zu recherchieren, was mir diese Geschichte eigentlich sagen will. Denn so unterhaltsam, ja, sogar witzig ich sie fand, und so leid mir der arme Frerk bald tat, ich bin daraus anfangs nicht schlau geworden. Aber dann ging mir so langsam auf, dass die Botschaft bzw der Sinn genau darin besteht. Hier wird auf amüsante Art von einem Jungen erzählt, der einfach gerne so sein würde, wie er sein will. Hindernd dabei sind in erster Linie die von zig angeblichen Allergien gebeutelte Mutter, der schweigsame Vater und die wenig taktvollen Mitschüler, die Frerk täglich ohne Grund hänseln. Doch dann bringt eine wilde Meute Zwerge Frerks Leben in Schwung und ihn von einer Schwierigkeit in die nächste. Dabei kann man gut verfolgen, wie sein Selbstbewusstsein und sein Mut wachsen, und sich sein Leben dadurch zum Guten hin verändert. „Frerk“ ist also eine Mutmach-Geschichte, wie Kinder sie sicher immer mal gebrauchen können. Verpackt in eine rasante und lustige Geschichte, wächst man beim Hören innerlich mit Frerk mit. Und das dürfte den jungen Hörern zweifellos Auftrieb geben.

Finn-Ole Heinrich hat es sich nicht nehmen lassen, seinen „Frerk“ selber einzulesen, was er auch ganz prima hinbekommt. Man hört richtig, dass er sich Gedanken darüber gemacht hat, wie die Charaktere sprechen, welchen Eindruck sie vermitteln sollen. Und auch den Humor in seiner Erzählung bringt er gut rüber, da habe ich einige Male schmunzeln müssen. Im Speziellen hat es mir gefallen, dass er „Frerk“, der ja eine Geschichte für Kinder ist, nicht typisch Kinder-Hörbuch liest. Doch, dafür dass ich anfangs skeptisch war, weil ich von Finn-Ole Heinrich noch nichts gehört hatte, bin ich im Guten überrascht.

Frerk reitet auf dem irischen Wolfshund, den er sich so sehnlich wünscht, und die Erwachsenen sehen staunend zu ihm auf. Dieses Covermotiv ist einerseits ganz witzig, andererseits deutet sich hier schon an, dass Frerk vielleicht größenmäßig etwas hinterher hinkt, aber an sich ein ganz Großer ist. Und das vermittelt ja auch die Geschichte.
Das Booklet hält noch ein paar Informationen zum Autor und er Illustratorin bereit und außerdem einige Zeichnungen aus dem „Frerk“-Buch.

Fazit:  Eine schöne Mutmach-Geschichte mit einem äußerst liebenswerten „Zwerg“. Humorvoll und rasant erzählt, da macht das Hören Spass.

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