Dinner for One – Killer for Five: Der 90. Geburtstag – und was wirklich geschah! (Michael Koglin / Mechthild Großmann)

Titel: Dinner for One – Killer for Five: Der 90. Geburtstag – und was wirklich geschah!  / Verlag: Vitaphon / Spielzeit: ca. 210 min / Buch: Michael Koglin / gelesen von: Mechthild Großmann

Inhalt: Immer an Silvester stolpert Butler James in unsere Wohnzimmer … Der 90. Geburtstag einer gewissen Miss Sophie amüsiert die deutsche Öffentlichkeit seit Generationen. Haben Sie jemals darüber nachgedacht, warum die vier Gentlemen nicht persönlich am Dinner teilnehmen? Auf zwei CDs hören Sie, was Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom vor Jahren widerfuhr


Wer kennt ihn nicht, den Sketch mit Miss Sophie und ihrem Butler James, die alljährlich zu Silvester ein Dinner für verstorbene Freunde richten? Aber wer hat sich eigentlich schon mal gefragt, was die vier Gäste dahingerafft hat? Ich jedenfalls nicht. Deshalb finde ich es schon mal prima, dass diese Geschichte genau dieser Frage nachgeht. Daraus einen Krimi zu stricken, in dem alle vier Gäste gewaltsam aus dem Leben scheiden, und ausgerechnet Miss Sophie und James als dringend verdächtig erscheinen zu lassen, das hat mir dann gleich noch mal so gut gefallen. Das wirft ein ganz neues Licht auf die vornehme Lady und ihren trunksüchtigen Butler und rüttelt ein wenig am adeligen Bild, das der Sketch immer vermittelt. Sowas macht eben einfach Spass und für ein Schmunzeln hier und da ist die Geschichte auch gut. Zudem schafft es die Story, dass man sich trotz sehr eindeutiger Hinweise, bis zum Schluss nie ganz sicher ist, ob wirklich Miss Sophie und James hinter den teilweise sonderbaren Todesfällen stecken. Genauso fragt man sich, wenn sie die Täter sind, wie der Inspector und sein Constabler sie wohl überführen werden.
Das klingt nun vorläufig alles ganz gut. Fakt ist aber nun mal auch: 4 Gäste, 4 Morde = 4 Geschichten in der Geschichte, die sich vom Verlauf her nicht groß unterscheiden. Ein Gast stirbt, Miss Sophie und James sind verdächtig und die Jungs vom Yard ermitteln. Beim Tod des dritten und vierten Gastes stellte sich bei mir schon sowas wie Ungeduld ein und ich fand, speziell Sir Tobys und Mr. Pommeroys Ende zog sich immens. Bei der Stange gehalten hat mich -wie schon gesagt- da nur noch die Frage, wie die beiden überführt werden würden. Nun ja, und wer den fünften Toten stellt.

Mechthild Großmann bringt den Krimi um das berühmte Silvester-Paar zu Gehör. Mir hat ihre tiefe und rauhe Stimme hier sehr gut gefallen, zumal es hauptsächlich männliche Charaktere zu sprechen gilt. Da passt das so gut. Für Miss Sophie legt sie dafür mehr Wert darauf, den vornehmen Ton anzuschlagen, so dass auch diese Rolle glaubhaft wirkt. Zudem spielt sie beim Lesen sehr viel. Sie schluchzt, imitiert das Lallen eines Betrunkenen und klingt bei Bedarf auch mal arg lasziv.
Das hält die Lesung trotz inhaltlicher Längen abwechslungsreich.

Passend zum TV-Sketch sind hier Musikstücke aus „Charmaine“ zu hören, was dem Hörbuch einen vertrauten, altmodischen Charme verleiht. Zudem sind immer mal wieder Geräusche eingebunden wie beispielsweise das Klingeln eines Telefons, das Klappern einer Schreibmaschine oder auch eine Türklingel.

Das Covermotiv fällt eher schlicht aus, dafür blicken Miss Sophie und James schön gewitzt und lustig drein. Im Booklet dagegen gibt es viel zu entdecken. Nämlich amüsante Steckbriefe von Sophie und James, sowie von den vier Dahingeschiedenen und den Ermittlern vom Yard. Inklsuive lustiger Illustrationen aller Charaktere.

Fazit:  Eine wirklich gute Idee, sich den Klassiker von dieser Richtung aus vorzunehmen. Für zwei Todefälle auch noch ganz interessant und spannend, doch dann schleichen sich leider Längen und auch Langeweile ein.

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