Ein Weihnachtsgeschenk für Walter (Barbara Wersba / Jürgen Thormann)

Titel: Ein Weihnachtsgeschenk für Walter / Verlag: Sauerländer Audio / Spielzeit: ca. 82 min / Buch: Barbara Wersba / gelesen von:  Jürgen Thormann

Inhalt: Walter ist eine echte Leseratte. Kein Wunder, dass er sich nach Sir Walter Scott benannt hat! Er lebt bei Miss Pomeroy, einer alten Dame, die Kinderbücher schreibt und eine herrliche Bibliothek besitzt. Dort macht Walter eines Tages eine erschütternde Entdeckung: Der Held in Miss Pomeroys Kinderbüchern ist ausgerechnet eine Maus! Die gekränkte und kultivierte Ratte beschließt, der Dame einen Brief zu schreiben.


Ein Hörbuch mit einer Ratte in der Hauptrolle. Da denkt jetzt sicher mancher: klar, dass das irgendwann auf dieser Seite auftauchen würde. Und sicher hat’s auch gefallen, kann ja gar nicht anders sein.
Stimmt beides. Wobei es mir nicht nur deshalb gefallen hat, weil Ratte Walter die wichtigste Rolle spielt. Es hat mir auch gefallen, weil ich Walters Liebe zu Büchern teile, die hier sehr deutlich durchklingt, und weil die Geschichte eine sehr schöne Entwicklung durchläuft. Zunächst gibt es zwar Walter und Miss Pomeroy in einem Haus, doch ausser Walters Liebe zu ihren Büchern und ein wenig Bewunderung für ihre Lebensweise, verbindet sie weiter nichts. Miss Pomeroy scheint nicht mal etwas von Walter zu wissen. Bis der Ratterich herausfindet, dass die Bücher, die Miss Pomeroy schreibt, eine MAUS als Hauptcharakter haben. Das trifft ihn sehr und da entwickelt man sofort Mitgefühl mit der schlauen Ratte. Walter beschließt, Miss Pomeroy einen Brief zu schreiben um ihr sein Leid zu klagen und erhält unerwartet sogar Antwort. Von da an entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden. Sehr kleinschrittig, detailverliebt, mit manch amüsanter Episode und einfach nur rührend. Speziell als Walter dann das titelgebende Weihnachtsgeschenk bekommt dürften sensiblen Hörern ein paar Tränen entwischen. Mit Recht! Hier wird auch sehr schön die Atmosphäre von Weihnachten eingefangen, ohne dabei aber je ins Kitschige abzudriften.

Jürgen Thormann trifft genau den richtigen Ton für Walter: niedlich, aber nicht zu sehr, dafür aber gebildet und sehr liebenswert. So wächst einem der kleine Kerl bald ans Herz. Und er lässt jedes von Walters Gefühlen deutlich durchklingen, sei es Empörung, Freude, Trauer oder Vergnügen. Seine tiefe und warme Stimme passt außerdem prima zu einer Weihnachtsgeschichte.

Schöne kleine Musikstücke begleiten die Geschichte und sorgen zusätzlich dafür, dass man sich in der Geschichte sofort wohl und geborgen fühlt.

Walter wie er in einem Buch schnuppert ist wirklich sehr goldig anzuschauen. Und auch auf der CD, der Rückseite der Hülle und im Booklet sind Zeichnungen der Fellnase zu entdecken. Mir gefällt der schwarz-weiße Stil des Motivs. Irgendwie strahlt es schon dadurch eine gewisse Ernsthaftigkeit aus, so dass man gar nicht erst davon ausgeht, hier eine oberflächliche Erzählung anzutreffen.

Fazit:  Eine sehr schöne, stimmungsvolle Weihnachtsgeschichte um einen gebildeten Ratterich, die man einfach in einem durchhören muss und die einen rührt.

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