Gruselkabinett (58) – Pickmans Modell

Titel: Gruselkabinett (58) – Pickmans Modell / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca 65 min / Sprecher:

Inhalt: Die Gemälde von Richard Upton Pickman schockieren die Bostoner Kunstwelt. Es sind Darstellungen abscheulicher Wesen in nicht minder grauenerregenden Situationen. Henry Thurber ist mit der einzige im eher konservativen Kunstverein, der nicht von den Bildern abgestoßen, sondern im Gegenteil, sehr fasziniert von ihnen ist…


Mit „Pickmans Modell“ trifft man eine weitere Geschichte von H.P. Lovecraft in dieser Serie an. Inhaltlich hat sie mir sehr gut gefallen, wenn ich sie auch etwas vorhersehbar fand. Aber hier geht es schon ganz gut zur Sache, viele Schilderungen erwecken alleine beim Hören einen gewissen Ekel, auf jeden Fall aber erzeugen sie eine schöne Gänsehaut. Genau das halt, was ich mir an sich vom „Gruselkabinett“ erwarte. Eben mal keine romantische Schauergeschichte. Soweit ich weiß -ich habe mich erst etwas kundig machen müssen, denn Lovecraft-Kenner bin ich wirklich nicht- wird diese Geschichte ursprünglich in Form eines einzigen Monologes erzählt. Hätte man das übernommen, hätte man wohl ein Hörbuch zu hören bekommen. Somit finde ich die Umsetzung gut gelungen. Der eigentliche Monolog wird  durch den Dialog zwischen dem erzählenden Henry und seinem Freund Eliot aufgelöst, und Rückblenden streuen auch mal gespielte Szenen ein.
Ja, da ist trotz allen Lobes ein „Aber“ zu riechen, oder? Stimmt! Denn mir war es trotzdem immer noch zu viel Monolog. Ich habe mir oft gewünscht, dass Eliott endlich mal unterbricht.

Wobei man Dietmar Wunder nichts vorwerfen kann. Trotz seiner langen Texte liefert er durchweg sehr gute Arbeit ab. Mit düsterer Stimme bringt er die Aufgewühltheit dieses Charakters und die wechselnden Emotionen während der Bekanntschaft mit Pickman eindrucksvoll zu Gehör und sorgt alleine schon für eine bedrückende und bedrohliche Atmosphäre. Als morbider Künstler Pickman ist Sascha Rotermund zu hören, der ihn zwar einerseits gar nicht so ungewöhnlich klingen lässt, der aber auch immer eine Spur Irrsinn durchklingen lässt.

Ich kann mich an keinen Moment erinnern, in dem keine Untermalung zu hören war. Mir sind durchgängig düstere, bedrückende und Unheil verheißende Musiken im Kopf geblieben, die im Nu für die nötige Stimmung sorgen. Am Ende wurde es mir dann aber doch zu laut. Da hätte man den ruhigen Klang durchziehen sollen, das hätte auch gepasst.

Ein finsteres Gewölbe, an den Wänden Bilder mit schauerlichen Motiven, das Cover passt gut zu der Geschichte. Allerdings wirkt es mir schon wieder zu romantisch, klassisch gruselig. Und das ist die Geschichte -in meinen Augen glücklicherweise- nicht.

Fazit: Eine Folge, die mir inhaltlich seit Langem mal wieder so richtig gut gefallen hat. Eben weil es keine Schauergeschichte ist, sondern durchaus handfest gruselig. Es hätte für meinen Geschmack aber ruhig noch etwas weniger Monolog sein dürfen. Das fand ich gelegentlich noch ganz schön anstrengend und wenig dynamisch.

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