Saeculum (Ursula Poznanski / Aleksandar Radenkovic)

Titel: Saeculum / Verlag: Jumbo Verlag, Gya Libre / Spielzeit: ca. 360 min / Buch: Ursula Poznanski / gelesen von: Aleksandar Radenkovic

Inhalt: Der 20-jährige Medizinstudent Bastian ist fasziniert von Sandra aus der Mittelalterszene und begleitet sie zu einem Live-Rollenspiel. Doch schon bald fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst keiner der Jugendlichen ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus der harmlosen Reise in die Vergangenheit wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.


Nachdem mir „Erebos“ von Ursula Poznanski nicht so gut gefallen hatte, war ich zwar skeptisch „Saeculum“ gegenüber, aber die Neugier überwog doch. Anfangs sah es dann aber doch so aus als würde ich mich auch mit „Saeculum“ schwer tun. Nichts gegen Rollenspiele und das Mittelalter, aber der Gedanke, 5 CDs lang zB diese altertümliche Redeweise ertragen zu müssen, behagte mir nicht. Umso glücklich verblüffter bin ich nun nach dem Hören, denn nach diesen „Startschwierigkeiten“ hatte mich die Story schnell am Haken. Die seltsamen Ereignisse im Wald, ein Fluch, der plötzlich erschreckend real scheint, allmählich aufkeimendes Misstrauen in der Gruppe und eine ganze Reihe unerwarteter Wendungen halten einen beständig bei Laune. Speziell reizvoll ist das alles vor dem Hintergrund, dass die Gruppe in diesem Wald nicht nur allein und abgeschieden ist, sondern dass ihnen -trotzdem die Geschichte im Heute spielt- morderne Hilfsmittel wie Handys etc fehlen. Das erweckt beim Hören schon ein merkwürdiges und beängstigendes Gefühl, da es kaum vorstellbar ist. So gesehen ist die Rollenspiel-Truppe auf gewisse Weise durchaus in einer Art Mittelalter gefangen.

Ich muss leider sagen, dass ich mir hinsichtlich der Sprechers wünsche, ich hätte „Saeculum“ gelesen statt es zu hören.  Ich habe Aleksandar Radenkovic schon in anderen Hörbücher gehört, wo er mir auch gefallen hat. Bei „Saeculum“ hat er mich nur in Maßen überzeugen können. Es gelingt ihm gut, den Charakteren eigene, markante Stimmen zu verleihen. Ich hatte anfangs Probleme, mich mit den Namen der jungen Leute zurechtzufinden, da war das eine Erleichterung. Dagegen schafft er es für mein Empfinden nicht, Atmosphäre aufkommen zu lassen oder Spannung in die erzählenden Passagen zu bringen. Ja, in meinen Ohren klang er da sogar oft richtig monoton. Und das strengt beim Zuhören an.

Ein Musikstück vor Beginn des Hörbuchs und zum Ausklang. Mittelalterlich klingt es nicht, das hätte ich mir gewünscht. Aber es klingt auch nicht zu modern. Schon eher schlicht wie es der Geschichte auch gut steht.

 Das Cover ist so in schwarz-weiß mit dem Geflecht von Ästen ein interessanter Hingucker. Schlicht, aber doch auffällig. Mit dem schwarzen Hüllen-„Rahmen“ -oder wie man das nennt- erinnert es sogar ein wenig an das Buch, denn das hat einen schwarzen Schnitt. Im Booklet findet sich die Kapiteleinteilung, sowie ein paar Informationen über Ursula Poznanski und Sprecher Aleksandar Radenkvic.

Fazit: Nachdem ich anfangs leicht besorgt war, hat mir „Saeculum“ dann doch sehr gut gefallen. Ein spannender Thriller mit unheimlichem Einschlag, der in vielerlei Hinsicht zu überraschen weiß.

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