Der neue Sherlock Holmes – Das Geheimnis des weissen Bandes (Anthony Horowitz / Johannes Steck)

Titel: Der neue Sherlock Holmes – Das Geheimnis des weissen Bandes / Verlag: Jumbo Verlag / GoyaLit / Spielzeit: ca. 310 min / 4 CDs / Buch: Anthony Horowitz / gelesen von: Johannes Steck

Inhalt: Kurz vor seinem Tod schreibt Dr. Watson einen Fall seines berühmten Freundes Sherlock Holmes auf, über den er bislang geschwiegen hat – zu schockierend waren die Geschehnisse, zu weitreichend die Verschwörung und zu mächtig die darin verwickelten Familien. Der wohlhabende Kunstsammler und Galerist Edward Carstairs fühlt sich von einem mysteriösen Mann mit Schiebermütze verfolgt. Er erkennt in ihm den Anführer und einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Und so wendet er sich hilfesuchend an Sherlock Holmes. Kurz darauf wird der Amerikaner erstochen und ein Straßenjunge, der den Mord beobachtet hat, brutal ermordet. Holmes hat nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk des Jungen …


Ich bin ja zugegebenermaßen nicht so der Holmes-Fan. Mir sind die Geschichte oft einfach zu träge. Da kann man sich meine Skepsis gegenüber einem 4-CDs-Hörbuch vielleicht vorstellen. Und ja, meinetwegen hätte es auch hier wieder zügiger zur Sache gehen dürfen. Gelangweilt habe ich mich aber zu keiner Sekunde, das wäre gelogen. Und da die Fans des Meisterdetektiven sicher auch an das Tempo der Geschichte gewöhnt sind, dies eventuell sogar besonders mögen, werden sie auch mit dieser Story voll auf ihre Kosten kommen. Ein interessanter Fall, clever ausgeklügelt mit zahlreichen Wendungen und einer bemerkenswerten Anzahl an Charakteren. Auch das kannte ich aus den Fällen, die mir bisher zu Ohren gekommen sind, nicht und es hat mir genau deshalb gefallen. Positiv ist mir weiterhin aufgefallen, dass Holmes hier als Mensch sehr greifbar ist. Mit seiner Cleverness und der gewohnten Überheblichkeit, aber auch mit menschlichen Schwächen. Und dadurch, dass er hier durchaus auch mal unterwegs ist und selber wirklich ermittelt, statt die Lösungen vom Ohrensessel aus auszutüfteln.
Zudem bleibt es natürlich zu loben wie gut es Anthony Horowitz gelungen ist, den Stil der „alten“ Holmes-Geschichten aufzugreifen und in seine Geschichte einfließen zu lassen. Sei es vom erwähnten Tempo her, vom Wesen und der Ausdrucksweise der Charaktere oder auch was den Fall anbetrifft, der ein Holmes ist wie er im Buche steht.

Mit Johannes Steck hat man für dieses Hörbuch eine sehr gute Wahl getroffen. Er greift die relativ altmodische Erzählweise gut auf und bringt sie glaubhaft an den Hörer. Die meiste Zeit über gibt er natürlich den Dr. Watson, da dieses die Geschichte ja erzählt, und lässt ihn sympathisch und munter klingen. Doch auch Holmes überhebliche Art zu reden, sowie die Redeweisen der diversen anderen Charaktere, hat er sehr gut drauf. Stimmliche Verrenkungen sucht man dabei vergebens, weswegen ich es besonders bewundernswert finde, wie leicht man die Personen trotzdem unterscheiden kann.

Das Cover hat Stil! Mehr kann man dazu einfach nicht sagen. Jedwedes auf modern und ausgefallen getrimmte Motiv hätte hier auch nicht gepasst. Mit dem schwarz-weißen Stil wirkt das Hörbuch zwar schlicht, aber edel. Dafür wechseln sich die CDs farblich ab. Eine schwarz, eine weiß, eine schwarz, eine weiß 😉

Fazit:  Als Holmes-Fan wird man sich mit diesem Hörbuch auf keinen Fall betrogen fühlen. Anthony Horowitz ist es gelungen, Holmes mit diesem spannenden Fall wieder aufleben zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht der letzte Fall des „neuen“ Meisterdetektiven bleibt.

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