Herr aller Dinge (Andreas Eschbach / Matthias Koeberlin)

Titel: Herr aller Dinge / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 574 min / Buch: Andreas Eschbach / gelesen von: Matthias Koeberlin

Inhalt: Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen …


Dieses Hörbuch hat mich sehr überrascht. Denn die Geschichte beginnt wie eine Story für Jugendliche, die in Richtung Liebesgeschichte weiterzuverlaufen scheint. Dabei nimmt sie sich sehr viel Zeit dafür, die beiden Hauptcharaktere vorzustellen: den Japaner Hiroshi und Charlotte, Tochter aus reichem Hause. Doch die erwartet Lovestory bleibt aus. Stattdessen verlieren sich die beiden aus den Augen. Erst Jahre später am College kreuzen sich ihre Wege wieder. Hiroshi sieht den Grund dafür, dass er bei Charlotte keine Chance zu haben scheint im Unterschied zwischen Arm und Reich. Seine Folgerung daraus ist, dass es gilt, die Armut aus der Welt zu schaffen. Und er hat auch bereits einen Plan. Von diesem Punkt an nimmt die Handlung einen Dreh und wirkt nun keineswegs mehr wie eine Geschichte für Jugendliche. Stattdessen bekommt man eine unbestreitbar genial aufgezogene Mischung aus Science-Fiction und (Wissenschafts)thriller geboten. Gleichermaßen unterhaltsam, aber auch tiefgründig und auf den Spuren elementarer Fragen über die Menschheit und das Leben. Eine Mischung, die nie langweilig wird und bis zum Schluss bei Laune hält. Und zumindest mich auch noch darüber hinaus. Denn „Herr aller Dinge“ ist keine Geschichte, die nach Ende des Hörbuchs sofort aus dem Kopf verschwindet. Ich habe noch einige Male darüber nachgedacht.

Matthias Koeberlins Stimme hat mir zu „Herr aller Dinge“ sehr gut gefallen. Die ruhige und klare Erzählweise passt sowohl zur Spannung der Geschichte, als auch zu ihrem wissenschaflichen Aspekt. Das Hörbuch ist mit 574 Minuten nicht gerade kurz, aber es war nicht eine Minute lange anstrengend, ihm zuzuhören.

Ich mag die Kombination aus Schwarz und dem kräftigen Türkis der Motive, die sich innen wie außen über das gesamte Digipack ziehen, und sogar über die CDs.  Zudem passen sie gut zur Geschichte.

Fazit: Was wie eine Geschichte für Jugendliche beginnt, entwickelt sich zusehends zu einem sehr erwachsenen Wissenschfatsthriller, der sich grundlegenden Fragen der Menschheit und ihres Zusammenlebens annimmt.

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