Agent Zukunft (02) – Die Ausweitung der Handelszone

Tiel: Agent Zukunft (02) – Die Ausweitung der Handelszone / Verlag: dingsbums productions / Spielzeit: ca. 87 min / Sprecher: Alexander Magerl, Oliver Groszer, Eleni Groszer, Noam Braslavsky ua

Inhalt: Verzweifelt sucht der Mensch nach Zukunft und neuen Märkten. Solange er unrealisierte Manifeste hat, besteht doch kein Grund zur Sorge … Als es aus der Wissenschaft heißt, auf dem Grund des Ozeans existiert eine uralte Art der Tintenfische, die irgendwie intelligent zu sein scheint, laufen die Köpfe der Produktentwickler heiß. Was man denen alles verkaufen könnte! Auf einmal bekommt das Wort Globalisierung neue Bedeutungsausmaße. Ausgestattet mit einer umfangreichen Warenpalette aus neuartigen wasserfesten Ipads, Kameras, Zahnpflegeprodukten und dergleichen wird der gescheit(ert)e Wirtschaftsjournalist Rainer Wiedemann auf den Grund des Ozeans geschickt, um Kontakte zum neuen irdischen Mitstreiter aufzunehmen und Geschäftsbeziehungen anzubahnen. Doch die Begegnung mit dem Lebewesen gerät zu einer philosophischen Farce, zu einem Kampf um Leib und Leben, der Agent Zukunft an den Rand des Wahnsinns bringt.


Wo könnte man neue Absatzmärkte auftun? Nun, zum Beispiel auf dem Grund des Ozeans. Dort wartet eine Rasse Tintenfische doch nur darauf, endlich ein iPad oder Ähnliches zu besitzen. Oder? Klingt schräg? Ist es auch! Und wie! Doch für solchen Humor muss man schon einen Sinn haben, sonst steht man die 87 Minuten nicht durch. Wer diesen Sinn hat, dem wird die Geschichte mächtig Spaß machen. Die Handlung ist schon mächtig skurril. Aber Vorsicht, hier geht es keineswegs nur lustig zu. Ganz im Gegenteil werden in den Gesprächen zwischen dem Tintenfisch und Wiedemann auch sehr tiefgründige  und philosophische Töne angeschlagen. Auch damit muss man klarkommen und ich kann mir gut vorstellen, dass Zufallshörer damit die größten Schwierigkeiten haben dürften. Es ist eine sehr eigentümliche Kreuzug aus Komik und Tiefgang (unbeabsichtiger Wortwitz ;)), die man hier geboten bekommt. Mir fällt kein vergleichbares Hörspiel ein, und in diese Falle ist das ein Kompliment für „Agent Zukunft“.

Je schräger die Geschichten, umso mehr bewundere ich jedes Mal die Sprecher dafür, wie sie selbst diese gekonnt zu Gehör bringen. Allen voran in dieser Folge Oliver Groszer als Vorgas, dem Tintenfisch bei dem Wiedemann als erstes Klinken putzt. Mit tiefer und grummeliger Stimme kann er nicht nur Wiedemann in so mancher Szene zum Schaudern bringen. Alexander Magerl ist natürlich auch in Folge 2 wieder als Agent Zukunft zu hören. Dabei klingt er mal wie der typische abgebrannte und desillusionierte Angestellte, dann wieder klingt ganz deutlich durch, dass er sich durchaus intelligente Gedanken um sich, sein Leben und die Welt macht.

Musik spielt auch in Folge 2 wieder eine sehr wichtige Rolle und es gibt eine bunte, aber stimmige Mischung zu hören, die dem Hörer das Flair der jeweiligen Szene gut vermittelt. Auf Gesang hat man dieses Mal verzichtet. Und auch, wenn ich ihn bei Folge 1 nicht als störend empfunden habe, bin ich doch froh darüber. Das ist nichts, was ich in einem Hörspiel brauche. Und „Agent Zukunft“ ist auch ohne Musical-Touch unterhaltsam.

Das Cover ist mit dem illuminierten Tintenfisch und den Farbspielen sehr augenfällig. Aber eben irgendwie auch witzig. Über Vorgas mürrischen Gesichtsausdruck muss ich bei jedem Anschauen schmunzeln.

Fazit: Die Reihe ist und bleibt sehr speziell. Darauf muss man sich einlassen können. Dafür sollte man einen etwas schrägen Humor, aber auch Sinn für philosophische Themen haben. Wer meint, er habe beides, dann nichts wie zugegriffen.

 

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