Das verbotene Eden – David und Juna (Thomas Thiemeyer / Vera Passý)

Titel: Das verbotene Eden – David und Juna / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 440 min (6 CDs) / Buch: Thomas Thiemeyer / gelesen von: Vera Passý

Inhalt: Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer.


Nachdem mir vor Längerem Thomas Thiemeyers „Chroniken der Weltensucher“ empfohlen worden waren und mir auch überraschend gut gefielen, war ich natürlich auch auf „Das verbotene Eden“ neugierig. Die Inhaltsangabe klang interessant, auch wenn es sich mal wieder um eine Dystopie handelt. Wenn auch in nicht allzu ferner Zukunft spielend. Doch es gibt leider Genres, die mir gar nicht liegen. Historische Geschichten bzw Geschichten mit einem Einschlag in die Richtung gehören dazu. Und genau das trifft man -jedenfalls auf Junas Seite- zur Genüge an. Nicht genug damit, leben die Frauen in dieser Dystopie in einem Glauben, der unübersehbar keltische Züge aufweist. Und auch das Leben und der Glauben der Kelten ist nichts, was mich sonderlich interessiert. Da wurde ich mit Davids Seite schon eher warm, auch wenn ich auch dem christlichen Glauben alles andere als zugeneigt bin. Aber zumindest ist im „Lager“ der Männer noch etwas von der einstigen Welt mit ihren technischen Errungenschaften zu erkennen, sprich nicht ganz so weit weg wie Junas Kriegerleben in der Natur. Überhaupt ist diese wechselnde Sichtweise zwischen dem „Lager“ der Männer und dem der Frauen noch das Reizvollste an der Geschichte. Ein weiterer Knackpunkt für mich war, dass hier so überhaupt kein Gefühl rüberkam. Ja, David und Juna interessieren sich für einander, verlieben sich…aber sowas muss man beim Hören doch auch spüren und nicht nur zur Kenntnis nehmen. Doch mehr ist es in diesem Falle nicht. Und wie es sich gehört schwebt natürlich über allem die stetige Bedrohung eines Krieges. Doch auch hier sieht es kaum besser aus. Wirklich spürbar ist es nicht. Man weiß es halt. Bedrohliche und düstere Stimmung will so ebenfalls nicht aufkommen.

Vera Passý habe ich bei diesem Hörbuch zum ersten Mal gehört und eine ganze Weile gebraucht bis ich mich an ihre helle, recht schrille Stimme gewöhnt hatte. Zum harten Leben der Frauen passt ihre ebenfalls ziemlich harte Art zu lesen ganz gut, aber eben nicht zu allen Szenen.

Nett anzuschauen sind David und Juna auf dem Cover zweifellos. Ich bin mir nur nicht sicher, ob eine Kriegerin wie Juna mit Augen-Makeup und solchen Korkenzieherlocken unterwegs ist… Durch den kräftig grünen Hintergrund, in dem man eine Landkarte erkennen kann, fällt das Hörbuch im Ladenreagal ohne Zweifel auf.

Fazit: Die Zweiteilung der Erzählung ist eine gut und interessante Idee, die mir gefallen hat. Dabei ist es aber auch leider geblieben. In ein Leben wie Junas kann ich mich einfach nicht einfinden, und Gefühle kommen hier auch nicht rüber. Das ist schwach für eine Geschichte, deren Dreh- und Angelpunkt ja eben die Liebe zwischen David und Juna ist.

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