Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus (Jan de Leeuw / Alexander Khuon, Adam Nümm & Nina Petri)

Titel: Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 125 min (2 CDs) / Buch: Jan de Leeuw / gelesen von: Alexander Khuon, Adam Nümm & Nina Petri

Inhalt: Was wäre, wenn die Mutter plötzlich tot im Schlafzimmer liegt, der Vater nicht greifbar ist und die Nachbarin neugierig durch die Gardine schielt? Und zu allem Überfluss Heleen das Thema Liebe auf den Tisch bringt? Jonas steht vor einem Scherbenhaufen, der mal seine Familie war und versucht zu retten, was zu retten ist.


Ich hatte mir dieses Hörbuch nicht so vielseitig vorgestellt. In erster Linie hatte ich mir hinter dem Titel eine witzige Geschichte mit Krimieinschlag vorgestellt. Witzig stimmt auch. Ich habe so manches mal geschmunzelt, ab und zu sogar gelacht. Der Tod der Mutter sorgt für so einige amüsante Vorfälle und eine Menge Chaos. Das ist durchaus erheiternd anzuhören. Allerdings muss man sich natürlich vor Augen halten, dass diese ganze Komik einen bitterernsten Hintergrund hat. Immerhin ist die Mutter von Jonas und seiner Schwester Sarah gestorben, der Vater sitzt wegen psychischer Probleme in einer Anstalt, und Helens Einstellung zur Liebe und Gefühlen generell ist ebenfalls nicht ohne. Das regt trotz aller Komik auch zum Nachdenken an. Und im Grunde ist es natürlich an sich undenkbar, angesichts dieser Probleme überhaupt zu lachen. Trotzdem, es funktioniert! Meinen Krimi habe ich zwar nicht vorgefunden, aber selbstverständlich ist die Geschichte auch spannend. Vornehmlich deshalb, weil es bis zum Ende hin nicht absehbar ist, ob Jonas mit seinen Aktionen durchkommen wird. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das an sich undenkbar ist. Andererseits sieht es nicht danach aus als würde er auffliegen…

Den Löwenanteil der Geschichte liest Alexander Khuon, den ich hier zum ersten Mal gehört habe. Seine Stimme hat mir für Jonas sehr gut gefallen. Zudem liest er sehr eindringlich und glänzt besonders, wenn er in Dialog mit dem Hörer tritt. So etwas hatte ich bisher auch noch nicht gehört. Dieser Story steht es aber wirklich gut. Kleinere Parts übernehmen Adam Nümm und Nina Petri, die ebenfalls einen tollen Job machen. Zudem lockert dieser gelegentliche Wechsel zwischen den Sprechern das Gehörte auch auf. So werden auch mehr als zwei Stunden Hörbuch niemals ermüdend.

Das Covermotiv begreift man nur, wenn man das Hörbuch gehört hat. Es passt prima zur Geschichte und ist auch recht augenfällig. Im Booklet finden sich kurze Biographien des Autors und der Sprecher.

Fazit:  Eine vielseitige und überraschende Geschichte. Erstaunlich, dass man sich vor diesem an sich so ernsten Hintergrund doch so sehr amüsieren kann. Spaßig, aber auch mit Tiefgang.

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