Mein böses Herz (Wulf Dorn / Laura Maire)

Titel: Mein böses Herz / Verlag: cbj audio / Spielzeit: ca. 327 min (5 CDs) / Buch: Wulf Dorn / gelesen von: Laura Maire

Inhalt: Was tust du, wenn du nicht mehr weißt, was Realität ist und was Fantasie?
Seit dem Tod ihres Bruders wurde Doro von Halluzinationen verfolgt, aber eigentlich dachte sie, das in den Griff gekriegt zu haben. Doch als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht, scheint die neue Umgebung erneut etwas in ihr auszulösen. Stimmen verfolgen sie. Und eines Nachts sieht Doro in ihrem Garten einen Jungen: verstört, abgemagert, verzweifelt. Der Junge bittet sie um Hilfe – und ist dann verschwunden. Wenig später erfährt Doro, dass er schon vor ihrer Begegnung Selbstmord begangen hat. Doro kann nicht glauben, dass sie sich den Jungen nur eingebildet hat. Doch die Suche nach der Wahrheit wird schnell zum Albtraum. Und tief in Doros Seele lauert ein dunkles Geheimnis …


Ein Psychothriller für Jugendliche? Nein, wie „Mein böses Herz“ beweist, ist das keineswegs ein Widerspruch. Denn auch wenn Wulf Dorn hier eine Jugendliche in den Mittelpunkt stellt, nämlich Doro, so kann er ansonsten offenbar nicht aus seiner Haut. Und das ist gut so! „Mein böses Herz“ ist eine Geschichte, die einen einfach nicht mehr loslässt. Mit Doro wird man schnell warm und es fällt leicht, sich in sie einzufühlen wie sie sich bemüht, ihre Vergangenheit in den Griff zu bekommen. Umso erschreckender ist es, wenn man -an sich von ihrer Glaubhaftigkeit überzeugt- plötzlich doch zu zweifeln beginnt. Gemeinsam mit ihr und ihren Freunden begibt man sich auf die Suche nach der Wahrheit, und die führt einen in so manche finstere Ecke. In der Wirklichkeit, sowie in Doros Seele. In beiden Fällen gibt es slch düstere Geheimnisse zu entdecken, dass diese Passagen tatsächlich das Zeug dazu haben, einem das Einschlafen zu erschweren. Mir jedenfalls war die Dunkelheit abends nicht ganz geheuer. Wie leicht man doch bei gewissen Urängsten zu packen ist. Wenn einer Geschichte das gelingt, dann ist sie einfach gut. Lediglich das Ende, die Auflösung, hätte gerne etwas komplexer ausfallen dürfen. Da merkt man dann doch, dass es eine Geschichte für jüngere Hörer / Leser ist, wie ich finde.

Laura Maire hat mir für „Mein böses Herz“ prima gefallen. Mit ihrer jungen Stimme passt sie sehr gut zu Doro. Zudem gelingt es ihr, Doros Stimmungen gut rüberzubringen. Das stetige Schwanken zwischen Hoffen, Wut und Verzweiflung. Und obwohl ihre Stimme während der erzählenden Passagen meist recht ruhig und sanft ist, so sorgt sie trotzdem für manche Gänsehaut.

Das Coverbild wurde vom Buch übernommen. Was es mit diesem fingegeschriebenen Schriftzug in der Feuchtigkeit auf sich hat, versteht man allerdings erst, wenn man die Geschichte gehört hat. Da es einer Schlüsselszene entstammt, finde ich es gut gewählt. Mit dem kräftigen Rot ist das Cover auch sonst sehr augenfällig.

Fazit: Ein spannender und teilweise auch gruseliger Psychothriller, der einen bis zum Ende gekonnt immer wieder an der Nase herumführt. „Mein böses Herz“ braucht sich eindeutig nicht hinter den „erwachsenen“ Genrevertretern verstecken.

1 Comment

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  1. Wu, was bin ich auf dieses Hörbuch gespannt! 🙂 Das Cover sieht schon sehr vielversprechend gruselig aus und deine Rezension macht richtig Lust drauf, es zu hören. 🙂

    Vielen Dank!

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