Das Herz der Puppe (Rafik Schami / Stefan Kaminski)

Titel: Das Herz der Puppe / Verlag: Hörcompany / Spielzeit: ca. 160 min (2CDs) / Buch: Rafik Schami / gelesen von: Stefan Kaminski

Inhalt: Widu stammt vom Flohmarkt und ist die tollste Puppe der Welt. Sie kann sprechen, auf Ninas Zehen Fußflöte spielen, sie weiß die schönsten Geschichten. Und wenn man sie fest in den Arm nimmt, kann sie sogar jede Angst wegsaugen. Und für alle schwierigen oder komplizierten Situationen im Leben eines kleinen Mädchens weiß sie Rat! Doch hin und wieder ist Widu bedrückt: Zum ersten Mal in ihrem langen Puppenleben spürt sie die Sehnsucht, so zu sein wie das Menschenmädchen. Dazu fehlt ihr, was alle Menschen haben: ein Herz. Wenn sie es sich ganz stark wünscht, gibt es vielleicht trotzdem einen Weg


Dieses Hörbuch hat mich mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen. Einerseits finde ich die Idee dieser Sammlung kurzer Geschichte über die Abenteuer, die Nina mit Widu erlebt, wirklich gut. Wohl fast jedes Kind hat eine Puppe oder ein Kuscheltier, das ihm in bestimmten Situationen die Angst nimmt, mit dem sie reden, wenn sie etwas beschäftigt und das ihnen -nur hörbar für sie- auch antwortet. Genauso geht es Nina mit Widu. Widu tröstet, Widu macht Späße, Widu erzählt Geschichte und ist immer für Nina da. Das ist einfach eine schöne Vorstellung mit der Kinder etwas anfangen können und die sie spannend, lustig und interessant finden. Darin bestand auch gar nicht mein Problem mit dem „Herz der Puppe“. Ich frage mich nur, wie Kinder Widus Art aufnehmen? Wenn mir jemand etwas vermitteln möchte, dann bin ich umso offener dafür, wenn mir dieser Jemand auch sympathisch ist. Widu fand ich allerdings alles andere als sympathisch. Für Nina ist sie die beste Freundin, aber Widu ist eben auch manchmal zickig, nervig, klugschwätzerisch und boshaft. Auf diese Art erringt man bei mir aber keine Sympathie. Deshalb wüsste ich gerne, wie Kinder diese Art auffassen. Ich jedenfalls wäre nicht gerne mit Widu befreundet und dieser Eindruck hat sich bis zum Ende des Hörbuchs gehalten. Nina dagegen ist ein klasse Mädchen und ja, auch sie kann frech sein. Dagegen habe ich auch nichts. Es gibt aber einen Unterscheid zwischen symapthisch frech und einfach nur frech. Und den hört man hier sehr heraus.

Eine Mitschuld daran trägt auch Sprecher Stefan Kaminski, denn er hat für Widu auch eine recht schnippische Stimme aus seinem scheinbar unerschöpflichen Fundus an Stimmen ausgewählt. Ohne Frage ist es auch bei diesem Hörbuch wieder verblüffend, welch eine Vielfalt an Stimmen er auf Lager hat, nur die für Widu hätte er gerne anders wählen dürfen. Zumindest vom Tonfall her.

Das Covermotiv ist schlicht gehalten und wirkt wie ein Bild aus einem Bilderbuch. Das passt gut zu den Geschichten, die sich ja auch an Kinder richten. Da sollte man Motive ohnehin nicht überfrachten. Nina und Widu sind zu sehen, und ich denke in der Darstellung können sich die jungen Hörer auch selber finden.

Fazit: Diese Geschichten sollen trösten, mutig und selbstbewusst machen, Moral und auch Spass vermitteln. Das ist an sich eine wirklich schöne Idee für Kindergeschichten. Nur ist Widu leider vom Wesen niemand, den ich mir als Freund für ein Kind wünschen würde. Sie blieb mir bis zum Ende unsympathisch und hat mir so das Hörvergnügen leider sehr verleidet.

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