Eiertanz (Claudia Brendler / Britta Steffenhagen)

Titel: Eiertanz / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 368 min / gelesen von: Britta Steffenhagen / Buch: Claudia Brendler

Inhalt: Kein Cappuccino in Sicht, dafür Milch, noch warm von der Kuh? Haxn-Hotline statt Pizzadienst? Nein, die bayrische Provinz ist nichts für die kölsche Großstadtpflanze Gina. Doch genau dort ist sie nun gelandet, weil sie für ihre Chefin das Testament ihrer verstorbenen Tante finden soll. Eigentlich kein Problem für Power-Gina wäre das Haus der Verblichenen nicht heillos zugemüllt. Und auch die Ureinwohner und ein durchgeknallter Papagei rauben ihr den letzten Nerv. Doch als sie sich in den sexy Surflehrer verliebt und als Dirndl-Model triumphiert, beginnt sie, die Bayern in ihr Herz zu schließen.


Auf dieses Hörbuch bin ich durch das witzige Cover aufmerksam geworden. Der Handlung stand ich vor dem Hören noch mit einer guten Portion Skepsis gegenüber, weil ich etwas Richtung „kitschige Lovestory für Mädchen“ vermutete. Ich hatte ganz sicher nicht erwartet, dass ich bereits nach wenigen Minuten zum ersten Mal Tränen lachen würde. Gina ist zwar schon in vielerlei Hinsicht eine typische Frau, aber sie ist zudem ausgesprochen burschikos und keineswegs auf den Mund gefallen. So habe ich mich mit ihr sehr schnell angefreundet. Es fällt leicht, sich in sie hineinzuversetzen und so fühlt man sofort mit ihr mit als es sie in die bayerische Provinz verschlägt. Auf ein winziges Dorf, in ein zugemülltes Haus, in dem ein rotzköpfiger Papagei lebt, und mitten unter die Eingeborenen mit ihren Ecken, Kanten und sonderbarem Verhalten. Trotzdem wird einem das Dorf und seine Bewohner nie unsympathisch gemacht. Trotz aller Seitenhiebe bleibt eine behagliche Atmosphäre erhalten, so dass man auch verstehen kann, dass Gina sich so nach und nach mit ihrem Leben in Bayern anzufreunden beginnt. Sicher liegt es aber auch ein dem gehörigen Schuss Komik, der sich durch die gesamte Geschichte zieht. Mal sind es witzige Dialoge, dann die pure Situationskomik oder eben das scharfe Auge der Autorin auf die „Eingeborenen“, dessen bissige Erkenntnisse sie Gina quasi in den Mund legt. Schön ist auch, dass die Geschichte immer wieder mit neuen Ideen aufwartet. So wird es nie langweilig. Nur wie die Liebesgeschichte ausgehen wird, das ahnt man natürlich recht schnell.

Britta Steffenhagen macht ihre Sache wirklich ganz ausgezeichnet. Sie trifft genau den richtigen Ton für die clevere und burschikose Gina. Besonders begeistert hat sie mich jedoch mit ihrem Talent für Dialekte. Ob Bayerisch, Sächsisch oder eben Hochdeutsch, sie hat alles auf Lager und klingt dabei ausgesprochen authentisch.

Wie gesagt, mir hat als erstes das Cover gefallen. Ich habe aber auch gerade ein ziemliches Faible für Regionales 😉 Es ist ein Hörbuch für Mädels, das verrät die Farbgebung sofort. Und mit Hahn, Blume und Karomuster wird es auch dem bayerischen Schauplatz gerecht. Ich finde ja die Schleife und den Hals des Hahns besonders gelungen.

Fazit:  Ich kann „Eiertanz“ nur wärmstens empfehlen. Eine zum Tränen lachen komische Geschichte um eine überzeugte Großpflanze, die sich unerwartet einer Überdosis bayerischer Folklore ausgesetzt sieht. Spaßig, abwechslungsreich und genial gelesen von Britta Steffenhagen.

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