Gruselkabinett (62) – Rappaccinis Tochter

Titel: Gruselkabinett (62) – Rappaccinis Tochter / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Max Felder, Jacqueline Belle, Manfred Erdmann ua

Inhalt: Der junge Giovanni Guasconti zieht des Studiums wegen nach Padua. Dort bewohnt er ein Zimmer in einem alten, düsteren Haus, von dessen Balkon man in einen von einer hohen Mauer umgebenen Garten voller erstaunlicher Pflanzen blickt. Als er von diesem Balkon eines Tages die junge Frau erblickt, die sich um die Pflanzen kümmert, ist Giovannis Interesse an dem seltsamen Garten endgültig geweckt…


Nach einer Pause mit der Reihe hatte ich mal wieder Lust auf ein paar Folgen und so wanderte ua „Rappaccinis Tochter“ in den Warenkorb. Über die Geschichte an sich kann ich nichts Schlechtes sagen. Sie verläuft geradlinig und mich hat die Idee hinter dem, was Rappaccini seiner Tochter angetan hat sehr fasziniert. Eine interessante Idee, die für mich einfach etwas hat. Entsprechend neugierig bin ich der Geschichte gefolgt, die -kaum sind sich Giovanni und Beatrice erstmals begegnet- einen deutlich romantischen Einschlag erhält, der hier und da auch gut Richtung Kitsch tendiert. Mich hat das weiter nicht gestört, zumal ja gerade die Liebe zwischen den beiden das grausame Geheimnis von Rappaccini ans Licht bringt. Allerdings fand ich die Folge zwar ganz spannend, aber nicht die Spur unheimlich oder gar schauerlich. Ich weiß ja, dass man beim „Gruselkabinett“ keinen Horror erwarten darf, aber eine Gänsehaut je Folge sollte doch drin sein. Hier leider nicht.

Giovannis Part übernimmt Max Felder, dem es gelingt sowohl seine tiefen Gefühle zu Beatrice, sowie seine Ängste vor Rappaccini und seinem Garten deutlich rüberzubringen. Mein persönliches Highlight bei den Sprechern ist jedoch Jacqueline Belle in der Rolle der Belle. So klingt die meiste Zeit über so sanft, dass mich die Verzweiflung und der Zorn gegen Ende der Geschichte überrascht hat. Aber man nimmt ihr diese Gefühle auch sofort ab. Manfred Erdmann schließlich spricht Rappaccini und an sich gefällt mir seine tiefe Stimme für diesen Part. Allerdings wird er anfangd als hager, blass und kränklich beschrieben, wozu diese Stimme für mich nicht recht passen will.

Musik und Geräusche halten sich in diese Folge eher bedeckt. An Geräuschen gibt es nur das Nötigste zu hören, was mir aber so gut gefallen hat. Es passt -ebenso wie die ruhigen und leisen Musikstücke- gut zu der Geschichte, die ihre Dramatik ebenfalls auf zurückhaltende Art entfaltet. Auch solch ein Stil kann beeindruckend und für Stimmung sorgen wie es hier der Fall ist.

Auf dem Cover sieht man selbbstverständlich Beatrice wie sie durch den Garten streift. Sie wirkt verträumt, fast ein wenig traurig dabei. Im Hintergrund auf dem Balkon ist auch Giovanni abgebildet, was dem Motiv eine Spur von „Romeo und Julia“ gibt. Vielleicht hätte mir schon beim Covermotiv klar sein müssen, dass hier kein Grusel zu erwarten ist, denn danach sieht es nun wirklich nicht aus.

Fazit:  Eine spannende Geschichte, hinter der eine auf böse Art faszinierende Idee steckt. Das hat mir gefallen. Es hätte aber gerne eine Spur schauerlicher sein dürfen.

 

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