Memento – Die Überlebenden (Julianna Baggott / Maximilian Artajo, Anne Helm, Patrick Mölleken, Jasmin Schwiers)

Titel: Memento – Die Überlebenden / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 422 min / Buch: Julianna Baggott / gelesen von: Maximilian Artao, Anne Helm, Patrick Mölleken, Jasmin Schwiers

Inhalt: Eine amerikanische Stadt, zwölf Jahre nach der Explosion. Majestätisch thront die Kuppel über den Trümmern – in ihr leben die Reinen. Sie sollen eine bessere Menschheit begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben. Sie sind voller Narben und Verstümmelungen. Es gibt kaum etwas zu essen. Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer. Als sie Bradwell kennenlernt, fasst sie das erste Mal wieder Vertrauen zu einem Menschen. Doch unvermittelt sind die beiden auf der Flucht vor dem Militär und treffen auf Partridge, der aus der Kuppel geflohen ist. Denn dort ist nichts wie es scheint, und so machen sich die drei auf die Suche nach der Wahrheit.


Ich gebe an sich nicht viel auf Altersempfehlungen bei (Hör)büchern, doch bei „Memento“ habe ich mich sehr bald kundig gemacht. Ich finde die Empfehlung ab 14 Jahren durchaus gerechtfertigt. Für allzu zart besaitete Gemüter ist diese Dystopie eher nicht geeignet. Zwar braucht die Handlung eine ganze Zeit ehe sie in die Gänge kommt, dann aber richtig, blutig und mitunter ausgesprochen brutal. Doch auch vorher schon bekommt man einige schauerliche Details geboten. Ein Atomkrieg hat die Welt hier verwüstet und bei vielen Menschen Entstellungen verurusacht. Beispielsweise Verwachsungen. So befindet sich an Alleys Arm ein Puppenkopf und auf Partridges Rücken ein Vogel. Dann gibt es Kreaturen aus Asche, die im Untergrund auf Menschen lauern um sie zu fressen. Ja, in „Memento“ geht es für einen Jugendroman ordentlich zur Sache. Mir hat das so aber eigentlich ganz gut gefallen. Vor allem auch, weil ich die Zusammenhänge und Details in Sachen Nano- und Atomtechnologie sehr interessant fand. Ich habe es als eine neue Idee auf dem Dystopie-Sektor empfunden und mir liegen solch moderne Themen bekanntlich immer besser.
Eine Tatsache alleine ist edoch dafür verantwortlich, dass ich „Memento“ trotzdem nicht besonders mochte. Und zwar blieben mir die Charaktere zu fremd. Natürlich, diese Distanz und Kühle in der Erzählweise passt gut zur lebensfeindlichen Welt, aber ich brauche es einfach, dass ich einen Draht zu wenigstens eine Person finde. Nur dann kann ich wirklich mitfiebern. Das blieb mir hier leider verwehrt, so dass die an sich spannende Geschichte bei mir keine großen Empfindungen ausgelöst hat und quasi an mit vorbei floss.

Insgesamt drei Sprecher teilen sich das Hörbuch. Das hat mir gefallen, da es die Wechsel zwischen den Perspektiven zusätzlich deutlich macht und das Hören eines so langen Hörbuchs auflockert. Maximilian Artajo, Anne Helm, Patrick Mölleken und Jasmin Schwiers verstehen unüberhörbar ihr Handwerk und jeder haucht seinem Charakter das nötige Leben ein. Es liegt also ganz klar nicht an ihnen, dass ich keinen Zugang zu den Charakteren fand. Das liegt eindeutig an ihrer Beschreibung von Autorin Julianna Baggott.

Das Covermotiv ist recht unspektakulär, aber gerade deshalb gefällt es mir richtig gut. Das Finstere und mitten drin der leuchtend blaue Schmetterling, das wirkt und ist ein Hingucker. Es wirkt weit friedlicher als das Leben in der Geschichte tatsächlich ist.

Fazit:  Leider habe ich keinen Draht zu den Charakteren gefunden und das hat mir „Memento“ letztlich verdorben. Ich finde das schade, denn mit einem Atomkrieg, der Technik dahinter und der bemerkenswert harten Gangart hätte die Geschichte sonst alles gehabt, was ich schätze.

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