Studio Hörsturz Grusel Serie (01) – Schrecken ohne Gesicht

Titel: Grusel Serie (01) – Schrecken ohne Gesicht / Verlag: Studio Hörsturz / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Ernst Meincke, Oliver Rohrbeck, David Nathan, Uve Teschner, Michael Hansonis

Inhalt: In einer stürmischen Gewitternacht sitzt der alte Henry zusammen mit seiner Schäferhündin Tosca in seinem Kiosk und wartet auf verspätete Kundschaft. Die Ereignisse, die sich in dieser Nacht zutragen, lassen den alten Mann an seinem Verstand zweifeln. Etwas unfassbar Böses schleicht durch die Straßen und Gassen Londons und Henry wird ungewollt Zeuge einer Treibjagd, wie sie es sich nur der Teufel selbst hat ausdenken können.


Speziell ältere Hörspielfans erinnern sich sicher noch an Europas Neon Gruselserie. Nun bringt das Studio Hörsturz eine neue Grusel Serie heraus und startet mit dieser Folge. Wie ich finde, hört man dem Hörspiel deutlich an, dass es sich am Stil der Europa Gruselgeschichten orientiert. So greift man hier zu einem sehr klassischen Thema: Ausgrabungen in Ägypten, bei denen ein erschreckender mumifizierter Fund gemacht wird. Im ersten Moment sah ich dabei schwarz für das Hörspiel und mich, denn mit diesem Thema kann man mich regulär jagen. Erfreulicherweise spielt die Geschichte nicht in Ägypten, sondern es wird lediglich von den Ereignissen dort berichtet. Zwischen den Erzählungen des Archäologen geht es immer wieder ins Heute von ihm und Henry. Und das Grauen, dass einst in Ägypten seinen Anfang nahm, setzt sich in der Gegenwart der beiden fort. Somit war ich mit dem Ägypten-Thema bald versöhnt. Große Schockmomente darf man von dem Hörspiel nicht erwarten. Es setzt viel mehr auf Grusel der Alten Schule, der zwar nicht schockiert, einem aber auf jeden Fall eine wohlige Gänsehaut beschert. Eben so, wie man es von früher noch kennt. Hier und da habe ich das Hörspiel als etwas zäh empfunden, aber langweilig wird es nicht. Ich war schon durchweg gespannt, wie das Ende der Geschichte aussehen würde.

Der Sprechercast ist mit nur sechs Sprechern (Erzähler Ernst Meincke inklusive) überschaubar. Das kommt meinen Hörvorlieben sehr entgegen. Mit Helmut Krauss, David Nathan und Oliver Rohrbeck ist „Schrecken ohne Gesicht“ zum größten Teil prominent besetzt, und das kann sich prima hören lassen. Uve Teschner und Michael Hansonis hatte ich bislang noch nicht gehört. Sie fügen sich aber gut in die Reihe der übrigen Sprecher ein und lassen ihre Rollen glaubhaft klingen.

Musikalisch werden überwiegend ruhige und leise Töne angeschlagen, die im Hintergrund erklingen. Sie sorgen für eine passig schaurige Atmosphäre. Und auch die Geräuschkulisse geht in Ordnung. Mir ist nur ein Geräusch aufgefallen, das nicht wirklich glaubhaft klang: das Geräusch vom laufenden Sir Henry. Eilige Schritte passen natürlich zur Szene, doch das Tappen hier klingt eher nach gleichmäßigem Jogging, statt nach aufgeregtem Hin- und Hergelaufe.

Wenn ich mir so das Cover ansehe, dann hat der „Schrecken ohne Gesicht“ durchaus ein Gesicht. Wenn auch kein sonderlich schönes 😉 Allerdings keines, das zur Geschichte passt. Leider. Jedenfalls fällt das Motiv ebenfalls sehr klassisch aus. Solche Schauerwesen kennt man aus älteren Gruselgeschichten ganz gut. Mit der Neonfarbe ist es aber auf jeden Fall ein Hingucker im Regal. Und da auch in dieser Hinsicht eine Ähnlichkeit mit der Europa Gruselserie besteht, denke ich, dass vornehmlich die ältere Hörerschaft ein Ohr riskieren wird.

Fazit:  Eine klassich anmutende Gruselgeschichte, bei der die Orientierung an der Neon Gruselserie für mich unüberhörbar ist. Mir hat das Hörspiel Spass gemacht. Ein prima Sprechercast und die stimmungsvolle Untermalung geben der Geschichte letzten Schliff. Ich bin auf die nächsten Folgen gespannt!

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