Schweig still, süßer Mund (Janet Clark / Lisa Hagmeister, Katja Danowski & Florens Schmidt)

Titel: Schweig still, süßer Mund / Verlag: Jumbo / Goya Libre / Spielzeit: ca. 323 min / Buch: Janet Clark / gelesen von: Lisa Hagmeister, Katja Danowski, Florens Schmidt

Inhalt: Janas beste Freundin Ella ist verschwunden. Auch wenn die Polizei nicht an ein Verbrechen glaubt, steht für Jana fest: Ella würde niemals einfach so abhauen. Sie beschließt, auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei kommen Dinge ans Tageslicht, die Jana an ihrer Freundschaft zu Ella zweifeln lassen. Und die sie in große Gefahr bringen, denn ihre Suche hat sie dem Täter nahegebracht. Zu nah.


Dieses (Hör)buch stand lange auf meinem Wunschzettel. Nun habe ich es gehört und frage mich, ob ich es nicht besser hätte lesen sollen. Vielleicht hätte es mich dann mehr gepackt. Denn beim Hören bin ich leichter abgelenkt / ablenkbar als beim Lesen, so dass sich gewisse Stimmungen nicht so schnell einstellen. Womöglich liegt es aber auch einfach an der Geschichte. Die beginnt zugegebenermaßen interessant mit Ellas Verschwinden und setzt sich mit den Nachforschungen von Jana und ihren Freunden auch spannend fort. Immer wieder kommen neue Puzzleteile hinzu, so dass man mitermitteln kann. Allerdings nicht allzu lange. Ich hatte recht bald eine Ahnung, wer hinter Ellas Verschwinden steckt. Und diese Ahnung bestätigte sich dann später auch. Langweilig wurde es dabei schon durch die verschiedenen Blickwinkel nicht, in denen die Geschichte erzählt wird, aber es ist spannungsmäßig eben nicht das, was ich von einem Thriller erwarte. Auch nicht von einem Thriller für Jugendliche. Die Hintergründe der Story sind gut gewählt und sehr aktuell. Ich würde mir wünschen, dass die vorwiegend jugendlichen Hörer darüber mal nachdenken. Da hier nicht der berühmte moralische Zeigefinger geschwenkt wird, könnte das sogar klappen. Meine größten Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit den Charakteren, die mir durch die Bank recht oberflächlich erschienen und in einigen Fällen einfach nicht sympathisch werden wollten. Vielleicht ist mein siebzehntes oder achtzehntes Lebensjahr auch einfach schon zu lange her, um mich in das Wesen von Jana und Ella hineinversetzen und ihre Gedanken und Taten nachvollziehen zu können?

Drei Sprecher sind bei diesem Hörbuch zu hören, denen ich gerne zugehört habe. Sie verleihen ihren Rollen nicht nur jeweils eine markante Stimme, sondern vermitteln auch gut das Wesen der Personen. Zudem lockert es das Hörbuch natürlich auf, dass regelmäßig ein Sprecherwechsel stattfindet. Da ich Hörbuchhören oft auch anstrengend finde, ist mir so etwas immer willkommen.

Warum ich mir die Geschichte nicht viel früher vorgenommen habe, obwohl mich der Inhalt sofort begeisterte? Weil mich das Cover abschreckte. So leid es mir tut, aber rosa Streublümchen nehme ich so schnell keinen Thriller oder Krimi ab. Dieser Look ist auch immer noch nicht mein Fall.

Fazit:  Der Geschichte liegt eine gute Idee und Botschaft zugrunde, und eine Weile kommt auch Spannung auf. Leider geht die aber zu früh wieder verloren.  Und obwohl ich Teenie-Geschichten bzw Jugend-Thriller sonst wirklich gerne mag, bin ich mit den jungen Charakteren hier kaum warm geworden. Insgesamt konnte mich „Schweig still, süßer Mund“ also nicht wirklich überzeugen. Da gibt es bessere Jugend-Thriller.

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