End of time

Titel: End of time / Verlag: Wortart / Spielzeit: ca. 100 min / Sprecher: Torsten Michaelis, Katrin Fröhlich, Dietmar Wunder ua

Inhalt: Ein gottesfürchtiger Mann wird kurz vor seinem Tod von seinem letzten Nachfahren hintergangen. Ein Agent des SIS infiltriert in Russland ein verstecktes Labor und wird Zeuge eines abscheulichen Menschen-Experiments. Eine junge Frau wird in ihrer Wohnung von unheimlichen Geräuschen gepeinigt. Eine Journalistin wird vor einer Vergeltung an der englischen Regierung gewarnt.
Ereignisse, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Doch sind sie die Vorboten für eine Bedrohung, die die zivilisierte Welt ins Verderben stürzen kann. Je tiefer die Beteiligten in diesen unheilvollen Strudel gezogen werden, desto mehr fürchten sie sich vor der Auflösung des Rätsels.


Bei diesem Hörspiel ist eins ganz klar: mit einmaligem Hören kommt man hier nicht weit. Ich habe es mehrfach gehört und irgendwann einfach aufgegeben, nach einem Zusammenhang zwischen den zahlreichen Handlungssträngen zu suchen, die hier begonnen werden. Womöglich gibt es einen und womöglich ist er auch in irgendwelchen Details erkennbar, aber mir hat er sich nicht erschlossen. Und nur Hören um zu suchen, das hat für mich mit unterhaltsamen Hörspielstunden nichts zu tun. Das heißt jetzt aber nicht, dass mir „End of time“ nicht gefallen hat. Ich verlasse mich nur jetzt darauf, dass die Fortsetzung die Zusammenhänge deutlicher macht. So konnte ich diesen ersten Teil gleich besser genießen, denn es gibt durchaus eine Reihe Handlungsstränge, an denen ich mein Vergnügen hatte und die ich spannend und interessant fand. Beispielsweise den um die Stimmen und Lauras Wand, den um das Esperiment unter der Erde und den um die geistig verwirrte Nancy. Und auch das rasante Finale hat mir prima gefallen. Die Mischung aus Thriller, Mystery und Endzeitstory geht hier gut auf und ich neugierig, wie es mit den von mir favorisierten Handlungssträngen weitergeht. Und klar, da ich die Suche nach dem Zusammenhang vorläufig aufgegeben habe, bin ich natürlich auch gespannt, wie all diese Elemente später mal zusammenlaufen werden.

Das Hörspiel rühmt sich mit mehr als 60 Sprechern. Ich habe nicht gezählt und ein solch umfangreicher Sprechercast ist auch nichts, was mich sofort vom Hocker haut. Zu dieser Serie, die ja als geradezu monumental angepriesen wird, passt es aber gut. Und wenn eine Geschichte solch zahlreiche Fäden anspinnt, dann braucht es natürlich auch viele Sprecher. Gut sind sie durch die Bank alle, was bei Sprechern wie zB Torsten Michaelis, Katrin Fröhlich, Dietmar Wunder und Joachim Tennstedt aber auch nicht verwundert.

Ich war rebellisch und habe „End of time“ entgegen Joachim Kerzels Warnung am Anfang eben doch beim Autofahren gehört. Und habe trotzdem keinen Unfall gebaut. Dennoch sind Geräusche und Effekte zweifelsohne gelungen und für machen Schreckmoment gut. Mit dieser Warnung wird halt übertrieben. Auch musikalisch wird einiges geboten und die Klänge erzeugen vom ersten Moment an die nötige mysteriöse Atmosphäre.

Das Cover gewährt einen Blick auf London und ist hauptsächlich in trist-düsterere Farbe gehalten. Nur wenige Elemente bringen Farbe ins Spiel. Obwohl die Szenerie eigentlich keinen Anlass dazu gibt, wirkt das Motiv so trotzdem trostlos und zumindest ich hatte beim Ansehen sofort die Ahnung, dass noch etwas auf die Stadt lauert. Das passt gut zur Story.

Fazit:  Nachdem ich nicht mehr auf Biegen und Brechen einen Zusammenhang finden wollte, hat mir „End of time“ gut gefallen. Es gibt einige Handlungsstränge, die mir sehr zugesagt haben, und ich bin gespannt wie sie sich noch entwickeln und später zusammenfließen werden. Tolle Sprecher und eine beeindruckende Musik- und Geräuschkulisse runden die Sache schließlich ab. Also: nicht gleich die Flinte ins Konr werfen, wenn euch „End of time“ zunächst ratlos zurücklässt.

1 Comment

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  1. Ja, ich denke wirklich, die Qualität des Hörspiels wird sich erst im Laufe der Zeit erschließen nach mehreren Folgen. Ich hoffe, dass sie nicht zuviele Folgen bringen, die gleich der ersten verwirrend sind, denn irgendwann steigen ihnen die Zuhörer aus und wollen Fakten statt Andeutungen, Klarheit statt Verwirrung. Ich bin gespannt 🙂

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