Die Titanic und andere „Lost Liners“ – Sieben Tragödien der Passagierschifffahrt

Titel: Die Titanic und andere „Lost Liners“ – Sieben Tragödien der Passagierschifffahrt / Verlag: Zeitbrücke / Spielzeit: ca. 211 min / Sprecher: Ulrike Stürzbecher, Gerrit Schmidt-Foss, Johannes Steck ua

Inhalt: Am 14. April 1912 streifte das berühmteste Schiff der Welt im Nordatlantik einen Eisberg und begann zu sinken. Mit diesem Hörbuch wird die berühmteste Schiffskatastrophe der Menschheitsgeschichte neu erzählt und in Beziehung zu anderen sogenannten Lost Liners gebracht. So erfährt man Wissenswertes über andere denkwürdige Tragödien de Passagierschifffahrt. Die Autoren Jens und Joerg G. Fieback beleuchten den Untergang der Empress of Ireland, die Versenkung der Lusitania, das Unglück der Britannic, den folgenschweren Brand der Normandie im Hafen von New York, die Torpedierung der Wilhelm Gustloff und die Kollision der Andrea Doria mit der Stockholm.


Ich muss gestehen, die Themen dieser Reihe waren meist nicht mein Fall. Zu historisch. Interessant wurden die Hörbücher dann aber doch, nämlich durch ihre Machart. Gleiches gilt für diese Folge. Das Thema „Titanic“ habe ich spätestens seit dem Film über. Doch ihre Geschichte wird hier so anschaulich und eindringlich erzählt, dass ich gebannt gelauscht habe. So eindringlich wirkt das Erzählte neben Musik und Geräuschen vor allem deshalb, weil stetig die Perspektive gewechselt wird. Im einen Moment verfolgt man noch die kühlen Fakten um das Ereignis, im nächsten die Erläuterungen der Experten und dann steht man in den gespielten Passagen quasi an Deck und erlebt das Drama hautnah mit. Eine solche Darstellung, eben diese Nähe, hinterlässt unweigerlich Eindruck.
Mir hat speziell gefallen, dass auch Schiffsunglücke zur Sprache kommen, die nicht so traurig berühmt wurden wie das der „Titanic“. Namen wie „Andrea Doria“, „Wilhelm Gustloff“ oder auch „Empress of Ireland“ (um nur einige zu nennen) kannte ich zwar schon, wusste auch, dass sie auf See verunglückt waren, aber nichts Genaues dazu. Sie werden ebenso anschaulich -wenn auch nicht ganz so ausführlich- behandelt und haben mir eine ähnliche Gänsehaut verursacht wie das Schicksal der „Titanic“. Ein kleiner Schuss Sensationsgier war aber auch dabei, das muss ich zugeben 😉

Wie erwähnt bleibt man dem Prinzip treu, Experten und Sprecher wie zB  Peter Gröger, Johannes Steck und Ines Deinert abwechselnd zu Wort kommen. Das ist zwar ein hörbarer Kontrast, aber mich stört das überhaupt nicht. Einfach, weil es das Gehörte umso authentischer klingen lässt. Als Erzähler hat man die Synchronstimmen von Rose und Jack aus dem „Titanic“-Film gewählt. Eine gute Idee, aber ich verbinde  mit Ulrike Stürzbechers und Gerrit Schmidt-Foss‘ Stimmen nicht automatisch diese beiden Rollen. Als Erzähler haben sie mir ansonsten richtig gut gefallen.

Speziell die gespielten Passagen zeichnen sich duch eine ausgefeilte Geräuschkulisse und einen vielfältigen Soundtrack aus. Beides verdichtet die ohnehin bedrückende Atmosphäre noch zusätzlich.

Die sinkende Titanic ist ein Covermotiv, das hier einfach nur logisch ist. Auf den CDs findet man einzelne Ausschnitte aus diesem Motiv wieder. Und im umfangreichen Booklet, das mit vielen Bildern sehr schön gestaltet ist, kann man sich einzelne Fakten um die Schiffsunglücke noch mal zu Gemüte führen.

Fazit: Mein persönliches Highlight dieser Serie. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein so oft behandeltes Thema wie das Unglück der „Titanic“ noch mal so fesseln können würde. Aber durch die gespielten Szenen ist man so nah mit dabei, dass man sich dieser Wikrung unmöglich entziehen kann. Ein dickes Lob ausserdem dafür, dass auch weniger populäre, aber nicht weniger interessante und tragische Schiffsunglücke thematisiert werden. Top!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: