Legend – Fallender Himmel (Marie Lu / Patrycia Ziolkowska / Julian Greis)

Titel: Legend – Fallender Himmel / Verlag: Hörcompany / Spielzeit: ca. 460 min / Buch: Marie Lu / gelesen von: Patrycia Ziolkowska & Julian Greis

Inhalt: Los Angeles im Jahr 2130: Der ehemalige Westen der USA ist mittlerweile Die Republik, die sich im ständigen Krieg mit ihren Nachbarn befindet. Als Kind wohlhabender Eltern ist die fünfzehnjährige June hochbegabt und die viel versprechendste Soldatin der Republik. Day stammt aus den Slums und ist mit fünfzehn Jahren der meistgesuchte Kriminelle des Landes. Der erbitterte Wunsch nach Rache am Tod ihres Bruders führt June auf Days Spur. Day erweist sich als loyal und selbstlos – angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt die Welt durch seine Augen zu sehen … Zwei hochkarätige junge Sprecher leihen den beiden Hauptpersonen ihre Stimme und machen den Gegensatz zwischen Day und June deutlich.


Über diese Geschichte hatte ich im Vorfeld bereits so viel Gutes gehört, dass ich sie mir schließlich doch angehört habe. Ich bin immer auf der Suche nach Dystopien, die sich aus der aktuellen Masse abheben, und so viele positive Stimmen können sich nicht irren. Dachte ich.
Es ist aber nun mal leider so, dass auch „Legend“ in Sachen Dystopien keineswegs das Rad neu erfindet. Wer bereits das eine oder andere Buch dieses Genres gelesen hat, den erwarten hier sicher keine Überraschungen. Man hat die Szenerie: Amerika im Krieg mit den Kolonien und mit einer Bevölkerung, in der der Krater zwischen Reich und Arm unübersehbar klafft. Hauptakteure sind natürlich ein Junge und ein Mädchen, die aus beiden Bevölkerungsschichten kommen. Day gehört zu den Armen, June zu den Reichen. Durch ein unglücksseliges Ereignis kreuzen sich ihre Wege und -wie könnte es anders sein- sie verlieben sich ineinander. Und damit ist die Katastrophe gleich in verschiedener Hinsicht perfekt. Einerseits, weil sie aus so verschiedenen Gesellschaften kommen, andererseits aber auch, weil nun beide gegen das herrschende System aufmucken. Doch, so oder so ähnlich ist dem dystopiebegeisterten Hörer das sicher schon mal untergekommen. Und ich denke, wer Fan solcher Geschichten ist, der wird sich mit „Legend“ bestens unterhalten fühlen. Denn die Story hält alles bereit, was sich ein Fan nur wünschen kann. Ich fand die Geschichte okay, mehr aber auch nicht. Man kann sie sich anhören (oder lesen), es wird nie langweilig dabei, irgendwas ist immer los und so entwickelt sich nach und nach auch eine gewisse Spannung. Dafür muss man aber vorübergehend vergessen können, was man auf diesem Sektor bereits kennt. Was ich besonders schade fand war, dass trotz Days und Junes Liebe bei mir nie das Gefühl dazu ankam. Ich erwarte keinen Eimer Romantik, der über mir ausgeschüttet wird, aber ein gewisses Kribbeln darf es halt schon sein. Harte Zeit hin oder her, aber Gefühle haben die beiden doch ganz eindeutig!

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von June und von Day erzählt. Dabei kommen natürlich zwei Sprecher zum Einsatz. Patrycia Ziolkowska übernimmt Junes Part und lässt sie wunderbar abgeklärt, erwachsen und auch ein wenig kühl klingen. Julian Greis dagegen klingt als Day dagegen ganz nach dem armen Jungen, der er ist. Illusionslos, realistisch und gelegentlich auch ein wenig bitter. Da hört man die Gegensätzlichkeit der beiden Hauptfiguren ganz klar heraus, und das finde ich gerade für diese Geschichte auch sehr wichtig.

Die sechs CDs ziehen in einer schicken weißen Box ins Regal ein, die mich mit ihrem schlichten und hellen Look zwar überrascht hat, aber genau solche Überraschungen mag ich eben auch. Insofern hebt sich „Legend“ schon von den anderen Genrevertretern ab.

Fazit:  Diese überbordende Begeisterung über „Legend“ kann ich nicht nachvollziehen. Dafür bietet die Geschichte bisher einfach nichts, was einem nicht schon mal ähnlich begegnet wäre. Ich bin mir deshalb aber sicher, dass Fans dieser Art Erzählungen sicher ihren Spass daran haben werden. Und ich hoffe einfach mal auf Teil 2 und 3. Womöglich haben die ja noch etwas auf Lager, was „Legend“ auch für mich speziell werden lässt.

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