Nachtblauer Tod (Klaus-Peter Wolf / Jacob Weigert)

Titel: Nachtblauer Tod / Verlag: Jumbo, Goya Libre / Spielzeit: ca. 224 min / Buch: Klaus-Peter Wolf / gelesen von: Jacob Weigert

Inhalt: Nach einer Party ist für Leon nichts mehr wie zuvor. Seine Mutter wurde ermordet aufgefunden. Als dann auch noch Leons Vater unter Mordverdacht gerät, stürzt seine Welt ins Chaos. Er findet Unterschlupf bei der Familie seines besten Freundes Ben. Da der Kommissar sein Urteil schon gefällt zu haben scheint, ist Leon fest entschlossen, die Unschuld seines Vaters zu beweisen und begibt sich auf Spurensuche. Der Stiefvater seines Freundes, Maik, unterstützt ihn dabei. Doch dann geschieht etwas Unfassbares


Nachdem mit „Todesbrut“ von Klaus-Peter Wolf so gut gefallen hat, war ich auf „Nachtblauer Tod“ sehr neugierig. Vor allem, weil es ein Jugendthriller ist, für die ich bekanntermaßen ein Faible habe.
Leider muss ich sagen, dass mich diese Geschichte längst nicht so überzeugt hat wie „Todesbrut“. Das liegt nicht einmal unbedingt am Fall. Teenager Leon findet seine ermordete Mutter und plötzlich stehen er selber und vor allem auch sein Vater ganz oben auf der Liste der Verdächtigen. Leon beginnt mit eigenen Nachforschungen um das Gegenteil zu beweisen. Dabei macht er ungeheuerliche Entdeckungen über seine Eltern. Diese Suche nach dem wahren Täter fand ich ganz spannend und es hat mir ebenfalls gefallen, wie nach und nach das Image der „heilen Familie“ untergraben wird. Es ist immer interessant zu verfolgen, wie sich Personen wie Leon angesichts solcher Entdeckungen verändern.
Mein Problem waren in erster Linie gleich eine ganze handvoll Charaktere. Allen voran der Kommissar, der dermaßen voreingenommen und selbstverliebt ist, dass es schon wieder unglaubwürdig wirkt. Dann Leon selbst. Natürlich ist er empört über den Verdacht gegen seinen Vater und sich, natürlich verstehe ich sein Aufbegehren, aber irgendwann muss doch ein Teenager seines Alters merken, wann Renitenz nichts bringt. Ich habe so oft gedacht, er soll endlich die Klappe halten und heimlich weitermachen. Auch Macho und „ich bin dein bester Kumpel“-Mike ging mir oft gegen den Strich mit seiner klugschwätzerischen Art.
Und zuletzt sei noch das abrupte Ende erwähnt. Ich habe wirklich nachgeschaut, ob da nicht doch noch eine vierte CD in der Box steckt. Während man im Buch einen Hinweise darauf bekommt, dass die Geschichte fortgesetzt wird, lässt einen das Hörbuch unwissend stehen. Ich habe es mir dann zusammengereimt. Anders kann es eigentlich bei diesem Ende nicht sein. Es wirkt aber dermaßen mitten aus einer Situation herausgerissen, dass ich es nicht als einen guten Cliffhanger empfunden habe. Und ganz ehrlich: so komplex und ausgefallen ist die Story nicht, dass ich sie mir als Mehrteiler vorstellen kann.

Jacob Weigert habe ich schon einige Male in Kinder- und Jugendhörbüchern gehört. Er gefällt mir auch hier gut. Speziell Leons jugendlich-aufmüpfigen Ton bekommt er gut hin, aber auch den übrigen Charakteren verleiht er durch gewisse Variationen in der Stimme und dem Tonfall markante Stimmen. So kann man die Charaketre immer gut erkennen, was ich bei einem Hörbuch sehr wichtig finde.

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Es war für mich ein echter Blickfang. So schön düster mit dem Titel in einer Art Leuchtschrift und darunter Schattenrisse einer Hafengegend. Das passt gut zu einem Thriller.

Fazit: An sich eine Story mit Potenzial. Leider habe zu keinem der Charaktere Zugang gefunden, da mir alle auf irgendeine Art zu extrem dargestellt wurden. Und wenn ich mit den handelnden Personen nicht klarkomme, kann ich mich auch mit der Geschichte nicht anfreunden. Außerdem habe ich mich über das Ende wirklich geärgert. Da wäre auch beim Hörbuch ein Hinweis sinnig gewesen, dass „Nachtblauer Tod“ der erste Teil einer Reihe ist und es eine Fortsetzung geben wird.

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