Pollution Police (04) – Karolina und die Drogengangster

Titel: Pollution Police (04) – Karolina und die Drogengangster / Verlag: Pollution Police e.V / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Daniel Käser, Patrick Bartsch, Julia Fölster, Wolfgang Bahro ua

Inhalt: Niklas, Linus und Melissa – Mitglieder der Pfadfindergruppe „Pollution Police“ – retten ein Mädchen namens Karolina, das vor ihren Augen in einer U-Bahnstation zusammenbricht. Die Diagnose der Ärtze: Überdosis! Karolina gehört zu einer Gruppe von Heimkindern, die gegen ihren Willen von einer skrupellosen Gangsterbande als Drogenkuriere eingesetzt werden. Die kleinen Pfadfinder beschließen, die Kriminalpolizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen und begeben sich bei der Spurensuche direkt in die Höhle des Löwen.


Ich habe zwei Folgen mit der Reihe ausgesetzt und bin mit dieser hier quasi quer wieder eingestiegen. Ich kann nicht anders als sie zwiespältig zu betrachten. Einerseits und sicher ist dies am wichtigsten bei der anvisierten jugendlichen Hörerschaft. Denn die bekommt hier ein Abenteuer zu hören, dass es schon ganz schön in sich hat. Keineswegs weichgespült oder weit hergeholt. Solche Verbrechen gibt es und wieso sollte man es nicht mal wagen, sie zum Thema in einer Jugendkrimireihe zu machen? Man scheut sich auch nicht, mal deftige Worte fallen zu lassen. Die Story ist ganz spannend und kommt gegen Ende mit einer echten Überraschung um die Ecke.
Als erwachsener Hörer sträubt sich mir jedoch alles, wenn einer der Pfadfinder auf ein „Verpiss dich!“ mit einem wohlerzogenen: „Was sind denn das für Manieren?“ reagiert. Oder dem Gauner vorrechnet, er habe bei zwei Kids zusammen 206 Knochen zu brechen und damit viel zu tun.  Oder sich vor der Polizei brüstet „Allzeit bereit“ sei nicht nur ein Sprichwort. Muss man solcher Botschaften denn wirklich mit diesem großen Löffel in die hörenden Kids reinschaufeln?

Vermutlich liegt es auch an der oft so gestelzten Ausdrucksweise, dass mich Daniel Käser, Patrick Bartsch und Julia Fölster nicht ganz überzeugen konnten. Jugendlich locker klingt da doch etwas anders. Dafür punkten die erwachsenen Sprecher. Wolfgang Bahro gibt einen wunderbaren Fiesling und Katja Brügger eine sehr mütterliche Heimleiterin.

Musikalisch lässt man nichts anbrennen. Das klingt frisch und nach Kinder- bzw Jugendhörspiel und geht somit in Ordnung. Das Titellied lädt zum Mitpfeifen ein. Auch die Geräuschkulisse kann sicht hören lassen. Ich glaube nur nicht, dass ein Waschbär dauernd keckert.

Das Cover zeigt die drei  Pfadfinder samt Waschbär in einer der spannendsten Szenen der Geschichte. Ich finde, das Motiv macht neugierig auf die Geschichte. Zumindest, wenn man alt genug ist um zu ahnen, was für ein weißes Pulver Niklas (?) da in den Händen hält.

Fazit: Inhaltlich eine gute und spannende Folge, die das Zeug hat, jungen Hörern zu gefallen. Vielleicht merken sie ja nicht so deutlich wie sehr hier moralisch und sozial die Brechstange angesetzt wird. Mir was das jedenfalls viel zu heftig.

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