Dark Mysteries (03) – Hotel der verlorenen Zeit

Titel: Dark Mysteries (03) – Hotel der verlorenen Zeit / Verlag: Winterzeit / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Kirstin Hesse, Leon Boden, Peter Flechtner, Marie Bierstedt, Jens Wendland, Frank Röth

Inhalt: Beherzt hatte ich die Klinke ergriffen, sie heruntergedrückt und die schwere Metalltür aufgezogen. Doch ich sollte nicht dazu kommen, den dahinterliegenden Raum zu betreten. Kaum war die Tür offen, fiel mir etwas entgegen – ein Körper. Geistesgegenwärtig warf ich die Hände vor, fing den Stürzenden auf – und erschrak. Meine Hände fassten in eine speckige, gallertartige Masse. Fleisch – Blut. Der Mann, der mir entgegenfiel war tot. Angewidert ließ ich los.


Folge 3 dieser Reihe beginnt ausgesprochen klassisch. Ein im Nichts gestrandetes Pärchen, dessen Verbaredung nicht auftaucht, sucht im strömenden Regen Unterschlupf in einem sonderbaren Hotel. Drinnen wirkt alles als habe jemand die Zeit auf die 40er-Jahre zurückgedreht, und in der Nacht ereignet sich Unheimliches. Das wäre so eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Ich mag diese Art Stories sehr und kann sie -wenn sie gut gemacht sind- auch gut zum x-ten Male hören. Die hier ließ sich also für meinen Geschmack verheißungsvoll an und als es später dann noch allen Grund zum Gruseln gab, war ich vollstens zufrieden. Dann allerdings nahm die Geschichte eine zwar unerwartete Wendung, aber dafür war auch die schöne schaurige Atmosphäre auf einen Schlag verschwunden, es wurde tempo- und actionreicher und es gab eine Wendung nach der anderen. Das ist zwar ebenfalls spannend, aber mir persönlich wäre der gruselige Stil bis zum Ende hin lieber gewesen. Ich fand auch, dass es sich mit diesem Hin und Her ein wenig zog. Und nachdem ich mich anfangs noch entspannt zurückgelehnt hatte, weil die Geschichte sich klar ein geradlinig anließ, so musste ich wenig später schon wieder sehr genau aufpassen, um bei dieser plötzlich so unruhigen Handlung folgen zu können. Das hat nachwievor für mich nichts von Hörvergnügen.

Kirstin Hesse alias Liz übernimmt gleichzeitig den Part der Erzählerin. Anfangs gefiel mir ihre Stimme wirklich gut, auch wenn ich fand, dass sie hier und da etwas unsicher klang, doch als sie später in heller Panik durch die Geschichte stürmt (was unter den gegebenen Umständen zwar verständlich ist), da fand ich sie manches Mal nur schwer auszuhalten. Peter Flechtner, der Liz‘ Freund Rick spricht, gibt sich zwar nicht wesentlich ruhiger, aber bei seiner Stimme fand ich es erträglicher. Die übrigen Sprecher wie Marie Bierstedt, Leon Boden und Frank Röth liefern eine ordentliche Leistung ab, ohne dabei aber groß zu glänzen.

Wie schon von den beiden ersten Folgen spielt auch hier Musik eine große Rolle und noch immer wird für meinen Geschmack damit übertrieben. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Ständige Untermalung verliert irgendwann ihre Wirkung. Und vor allem darf sie nicht die Handlung übertönen.

Bei dem Cover hatte ich eher den Eindruck, in ein verlassenes Krankenhaus zu schauen. Mit dem Rollstuhl. Was hätte gegen eine altmodisch eingerichtete Lobby gesprochen? Zum Glück steht ja wenigstens im Titel etwas von einem Hotel, so dass man nicht mit ganz falschen Erwartungen an das Hörspiel geht.

Fazit:  Es fing so gut an. Ganz nach meinem Geschmack. Spannend und gruselig. Doch dann drehte die Geschichte plötzlich auf und sämtliche Atmosphäre war schlagartig dahin. Stattdessen wurde es unübersichtlicher und actionreichen. Wirklich schade.

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